Holz mit Naturöl schützen – Grundregeln für das Ölen

Holz natürlich schützen: Warum tiefenwirksames Ölen den Unterschied macht

Das Wichtigste vorab

Wie ölt man Holz richtig? Die handwerkliche Grundregel lautet: Das Naturöl wird so lange aufgetragen, bis das Holz gesättigt ist, und nach ca. 30 Minuten muss der flüssige Überstand zwingend restlos abgewischt werden. So füllen sich die feinen Holzfasern tief im Inneren, während die Oberfläche ohne Schicht diffusionsoffen bleibt. Anders als bei Lacken blättert ein geölter Boden oder Tisch niemals ab und ermöglicht später eine einfache Nachpflege ohne Abschleifen.

Bei Natural-Naturfarben gibt es für unterschiedliche Holzarten und Beanspruchungen exakt abgestimmte Naturöle. Ob Sie einen massiven Dielenboden, einen Tisch aus Buche Leimholz oder die Gartenbank behandeln möchten – das physikalische Prinzip bleibt immer gleich. Die folgenden Grundregeln bilden das Fundament für ein langlebiges Ergebnis, ganz gleich, ob Sie mit dem Parkettöl, dem Teaköl oder dem Möbelhartöl arbeiten.

1. Die Vorbereitung: Ein sauberer Schleifaufbau

Ein haltbarer Schutz beginnt immer beim Holzschliff. Machen Sie beim Schleifen keine zu großen Sprünge in der Körnung, da sonst feine Kratzer im Holz verbleiben, in denen sich farbloses Öl dunkel abzeichnet. Bei farbigen Ölen setzen sich dort die Farbpigmente ab. Für Vollholz und massive Dielen endet der Holzschliff idealerweise mit einer 180er Körnung (was bei der Arbeit mit der Einscheibenmaschine etwa einem 120er Schleifgitter entspricht). Bei furnierten Möbeln achten Sie darauf, dass das Furnier dick genug ist, damit kein verpresster Kleber auf die Oberfläche durchschlägt. Bei dünnen Furnieren nur Schichtöle verwenden.

Tiefergehendes Praxis-Wissen finden Sie in unserem Beitrag: Grundregeln für das Schleifen von Holz.

2. Der Ölauftrag: Das Holz tief sättigen

Wenn Sie den Pinsel in der Hand halten, geht es nicht darum, die Holzoberfläche „anzustreichen“, sondern die Fasern im Inneren zu füllen. Tragen Sie das Naturöl mehrfach satt auf. Der Auftrag ist auch mit der Rolle oder bei kleinen Flächen mit dem Pflegeschwamm möglich. Bei stark saugenden Hölzern geben Sie in Abständen von ca. 30 Minuten (bei sehr dichten Laubhölzern bis zu 40 Minuten) so lange frisches Öl nach, bis die Holzfaser nichts mehr aufnehmen kann. Dies erkennt man daran, dass Öl nach der Wartezeit immer noch glänzend auf der Oberfläche steht.

Fachbegriff: Die Kapillarität des Holzes
Holz wirkt wie ein feiner Docht. Die Porenkanäle (Kapillaren) saugen das dünnflüssige Naturöl durch die eigene Oberflächenspannung tief in sich ein. Erst wenn dieses Kanalsystem vollständig bis zum Rand gefüllt ist, ist das Holz „satt“ und bietet den gewünschten Schutz gegen Feuchtigkeit und Schmutz aus dem Alltag.

3. Der wichtigste Handgriff: Überstand abnehmen

Spätestens 30 bis 40 Minuten nach dem allerletzten Ölauftrag kommt der wichtigste Arbeitsschritt: Alles – und wirklich alles –, was jetzt noch nass auf der Oberfläche glänzt, muss restlos abgewischt werden. Nehmen Sie gut saugende Baumwolltücher und reiben Sie das Holz ab, als wollten Sie einen nassen Boden ordentlich abtrocknen. Verbleibt flüssiges Öl auf dem Holz, härtet es zu einer klebrigen, unansehnlichen Schicht aus.

Praxis-Tipp: Bei Massiv-Parkett oder Hirnholz zieht das Öl oft kapillar aus den Längsfugen oder Astrissen wieder nach oben. Kontrollieren Sie diese Stellen und wischen Sie nach. Ein abschließendes Polieren mit einem weißen Pad auf der Poliermaschine verdichtet die Oberfläche zusätzlich und entfernt noch verbliebenes Öl.

Wichtiger Sicherheitshinweis: Lappen und Pads, die mit Naturöl getränkt sind, neigen bei der Trocknung stark zur Selbstentzündung! Breiten Sie diese nach der Arbeit zwingend im Freien flach zum Trocknen aus. Kleine Lappen für die Nachpflege bewahren Sie luftdicht in einem Wasserglas auf.

4. Die Trocknung: Dem Holz Zeit geben

Nach etwa 24 Stunden ist die Fläche staubtrocken und bedingt belastbar (Böden bitte nur ohne festes Schuhwerk betreten). Nun kann für eine besonders edle Haptik noch einmal hauchdünn mit Öl aufpoliert werden. Sie können dafür auch das Pflegewachsöl oder die Schichtöle TEC-Oil und Finish-Öl verwenden. Für einen seidenmatten Glanz eignen sich das Antikwachs oder Fußbodenwachs.

Fachbegriff: Die oxidative Trocknung
Pflanzliche Öle „trocknen“ nicht durch das simple Verdunsten von Wasser, sondern sie vernetzen sich mit dem Luftsauerstoff zu einem stabilen Linoxyn-Harz (oxidative Abbindung). Dieser chemische Prozess benötigt frische Luft und Zeit. Deshalb darf frisch geöltes Holz nicht dauerhaft abgedeckt werden.

Die vollständige Aushärtung des Naturöls im Holz dauert etwa 14 Tage. Erst danach sollte die Oberfläche normal belastet und zum ersten Mal nebelfeucht gewischt werden. Weitere Details: Grundregeln für das Trocknen von Naturölen.

5. Alltags-Pflege ohne Abschleifen

Die regelmäßige Unterhaltsreinigung Ihres Holzbodens erfolgt mit dem milden Spezialreiniger. Wischen Sie dabei niemals mit abrasiven Mikrofasertüchern, da diese das Öl aus der Pore ziehen, sondern nutzen Sie stets einen weichen Baumwoll-Mopp. Der größte handwerkliche Vorteil dieses Systems: Wenn Laufwege oder Tischplatten nach einigen Jahren matt werden, können Sie die Fläche einfach reinigen und mit etwas Öl nachpflegen – ganz ohne mühsames Abschleifen.

Lipfert u. Co.: Vertrauen durch konsequente Volldeklaration

Bei Lipfert u. Co. blicken wir auf eine Handelstradition seit 1920 zurück. Seit über 30 Jahren begleiten wir Tischler und Heimwerker bei ihren Projekten und legen unseren Schwerpunkt aus tiefer fachlicher Überzeugung auf das System von Natural Naturfarben. Ein zentraler Grund dafür ist die konsequente Volldeklaration. Sie schafft volle Transparenz darüber, welche edlen Pflanzenöle und Naturharze verarbeitet wurden und welche notwendigen technischen Hilfsstoffe (wie aromatenfreie Lösemittel oder bleifreie Trockner) für die optimale Durchhärtung der Oberfläche sorgen.

Die Grundregeln im Überblick

PhaseArbeitsschritt / ProduktWichtiger Praxis-Tipp
1. SchleifenEndschliff Korn 180 (oder Gitter 120)Keine hohen Körnungs-Sprünge machen.
2. SättigenÖl in 30-Minuten-Schritten nachlegenGeduld haben – bei matter Oberfläche nachölen
3. AbnehmenÜberstand mit Lappen trockenwischenNach 30 Min. zwingend flüssiges Öl (= Glanz) abnehmen (Klebrigkeits-Gefahr!).
4. Trocknen24h staubtrocken / 14 Tage durchgehärtetFür ausreichenden Luftaustausch (Sauerstoff) sorgen.
5. PflegeBaumwoll-Mopp & SpezialreinigerNiemals kratzende Mikrofasertücher auf Naturöl verwenden.

Videotipp: Abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal @Natural-farbenDe für detaillierte Praxis-Anleitungen und Verarbeitungsvideos direkt von der Werkbank!

Nutzer fragen auch (FAQ)

Warum darf ich geöltes Holz nicht mit Mikrofasertüchern reinigen?

Mikrofasertücher besitzen eine stark abrasive (schleifende) Struktur. Sie zerschneiden mikroskopisch klein die natürliche Wachs- und Ölschicht. Geöltes Holz wird dadurch rasch stumpf, grau und anfällig für Schmutz. Nutzen Sie stattdessen immer reine Baumwolle.

Kann man auch furniertes Holz ölen?

Ja, sofern das Furnier ausreichend stark (dick) ist. Bei sehr dünnen Furnieren besteht die Gefahr, dass das Naturöl durchschlägt und mit dem darunterliegenden verpressten Kleber reagiert, was zu Flecken führen kann. Bei dicken Starkfurnieren funktioniert das Ölen nach dem Prinzip der Fasersättigung genauso gut wie bei Massivholz. Auf dünnen Furnieren können die schnelltrocknenden Schichtöle ohne Grundölung Sinn machen.

Warum drückt sich Öl Stunden später wieder aus den Fugen heraus?

Wenn sich in Längsfugen, tiefen Rissen oder bei Hirnholz flüssiges Öl sammelt, kommt es oft zu einem Phänomen, das Handwerker „Schwitzen“ nennen: Das Öl drückt sich Stunden später als glänzende Tröpfchen wieder an die Oberfläche. Der Hauptgrund dafür ist chemischer Natur: Bei der oxidativen Trocknung binden sich Sauerstoffmoleküle aus der Luft an das Pflanzenöl. Dadurch nimmt das Öl an Volumen zu, dehnt sich aus und drückt sich selbst aus der Fuge nach oben. Kontrollieren Sie die Fläche daher in den ersten Stunden nach dem Abwischen nochmals und nehmen Sie nachschwitzendes Öl mit einem Lappen sofort auf.

Frank Lipfert führt die über 100-jährige Tradition der Firma Lipfert u. Co, e.K. (seit 1920) fort. Seit über 30 Jahren begleitet er Handwerker mit seinem baubiologischen Fachwissen und seiner Praxis-Erfahrung mit den Naturölen und Lasuren der Marke Natural-Naturfarben. Er zeigt Ihnen, wie die Fasern tief gefüllt werden und das Holz „satt“ wird, statt es oberflächlich zu versiegeln.

Sein Leitsatz: „Wir schauen uns Ihr Projekt gemeinsam an, bis die Lösung für Sie und Ihre Umwelt passt.“

Frank Lipfert: Fachwissen für natürliche Holzoberflächen.

Beitrag jetzt teilen:

Ähnliche Beiträge:

Kommentare

57 Kommentare zu „Holz mit Naturöl schützen – Grundregeln für das Ölen“

  1. Hallo,
    ich habe mit eurem Möbel Hartöl die Ahorn Platte unseres Tisches behandelt. Das hat soweit gut funktioniert. Aber ich fürchte ich habe an verschiedenen Stellen die Hartöl Reste nicht gut vor dem Aushärten entfernt. Zumindest ist die Oberfläche sehr unterschiedlich von matt bis zu glänzend.

    Wie kann man am besten die Ölreste entfernen ?
    Wie bekommt man am besten am Ende ein einheitlich glänzende Fläche hin ?
    Vielen Dank für jeden Tipp.

    1. Mit der Grundölung erreicht man keine einheitliche, glänzende Fläche. Die Grundölung wird und soll immer stumpf bleiben. Das überstehende (überschüssige) Öl wird, wie im Beitrag beschrieben, mit gut saugenden Lappen abgenommen.
      Der Schutz duch das Holzöl ist im Holz nicht auf dem Holz.
      Etwas Glanz kann nur entstehen, wenn äußerst fein geschliffen wurde. In der Regel wirkt die Oberfläche aber stumpf.

      Wie kann man die Ölreste entfernen?
      Wenn die Oberfläche dennoch stellenweise durch einen Überstand glänzt, dann wird es an diesen Stellen auch leicht klebrig sein. Im folgenden Beitrag wird Schritt für Schritt erklärt, wie man diese Ölreste entfernen kann:
      Zuviel geölt – klebrige Oberfläche

      Wie bekommt man eine einheitlich glänzende Fläche hin?
      Frühestens 24 Stunden nach der Grundölung wird noch einmal etwas Öl als Finish aufpoliert. Das Finish-Öl kann als Schicht austrocknen. Je mehr man aufpoliert umso glänzender wird die Oberfläche. Die Füllstoffe sind Naturharze.
      Das Pflegewachsöl füllt die Poren mit Naturwachs. Dies ergibt einen seidenmatten Glanz.
      Finish-Öl führt zu einer glänzenden Holzoberfläche
      Hier ein Nussbaumtisch mit Finishöl nach der Grundölung.

  2. Ist diese Ölungs-Technik – also so lange ölen bis das Holz nichts mehr aufnimmt – auch sinnvoll im Außenbereich, wenn noch ein mehrmaliger Anstrich mit Holzlasur dazu kommt?

    1. Das Sättigen der Holzfaser mit den lufttrocknenden Ölen ist im Außenbereich genauso möglich. Es werden jedoch andere Öle dafür verwendet. Die Holzlasur von Natural Naturfarben ist ein Naturharzöl. Auch mit dieses Naturharzöl zieht tief in das Holz ein und sättigt die Faser mit den Naturölen und Naturharzen. Es braucht also im Außenbereich kein Vorölen mit einem Holzöl. Die Holzlasur von Natural ist ein Holzöl – aber so aufbereitet, dass sie im Außenbereich einen guten Schutz gegen Sonne, Wind und Wetter bietet.

  3. Also ich muss doch mal meine Begeisterung über die Naturalfarben hier zum Ausdruck bringen:)
    Ich habe für ein Bücherregal/-schrank aus Massiv Fichte den Bienenwachsbalsam in Altweiss verwendet und er ist einfach super! Die Faserstruktur sollte sichtbar bleiben und die Oberfläche mattglänzend. Dazu habe ich bis 400 er geschliffen, genässt und nochmal geschliffen, 1x satt den Balsam aufgetragen und nach ca. einer Stunde die Oberfläche mit dem weissen Polierpad poliert. Auf ein Ölfinish mit Tec Oil hab ich dann doch verzichtet, da die Oberfläche dann wieder weniger weiss erschien. Und für ein Regal reicht der Balsam allein ja aus. Mit der Lasur für mehr Wetterfestigkeit gehtˋs genauso unproblematisch.
    Fazit: schnelle Trocknung, nichts riecht oder klebt und sieht gut aus!
    Ein zufriedener Kunde!

    1. Vielen Dank für das spontane Lob! In diesem Thread wird gar nicht auf den Bienenwachsbalsam eingegangen, da es hier um das richtige Ölen geht. Aber klar doch: Der Bienenwachsbalsam Aqua eignet sich sehr gut für die farbliche Gestaltung. Ohne Öl auf Wasserbasis – und dennoch ein gutes Oberflächenfinish.

  4. Hallo, danke für die gute Anleitung! Andere Firmen massieren mit grünem Pad per Hand das Öl in den Boden ein um es zu verdichten. Ist das beim Natural Holzbodenöl auch zu empfehlen und wenn ja, macht man das erst nachdem der Boden gesättigt ist bevor man das überschüssige Öl abnimmt oder auch zwischen den einzelnen Ölaufträgen? In meinem Fall geht es um einen Fichte-Dielenboden.

    Danke im Voraus! LG Doris

    1. Ein sogenanntes „Einpadden“ ist bei dem Parkettöl-Fußbodenöl von Natural nicht nötig. Die offene Zeit (ca. 40 Minuten) von dem Öl ist völlig ausreichend. Das Öl wird von der Faser kapillaraktiv aufgenommen. Durch das Reiben mit einem Pad wird da kaum ein Druck oder eine Temperatursteigerung erreicht, die diesen Vorgang beschleunigen könnte.
      Das überschüssige Öl wischt man rasch mit einem gut saugen Lappen weg. Anschließend poliert man die Oberfläche mit einem weißen Pad zu noch einmal ab, damit keine Überstände vergessen wurden.

  5. Danke für die Rückmeldung! Noch eine Frage zur Pflege der Arbeitsmaterialien: Wie kann ich die verwendeten Roller nach dem Ölen gut reinigen um sie wieder verwenden zu können? Danke!

    1. Unmittelbar nach dem Ölen das Restöl gut aus dem Rollerbelag streichen und Flüssigseife aufträufeln. Die Seife gut einwalken und mit warmem Wasser ausspülen. Evlt. den Vorgang wiederholen. So kann man Pinsel und Roller lange einsetzen.

  6. Noch eine Frage: Ich habe als Finish eine Schicht Tec-Oil mit dem Roller aufgetragen – wird auch hier überschüssiges Öl abgenommen und evtl. mit weißem Pad poliert?

    1. Ca. 10 Minuten nach dem Auftrag mit dem Roller würde ich mit einem Lappen die Oberfläche abziehen. Somit bleibt die Porenfüllung und evtl. ein geringer Film auf der Oberfläche. Mit einem weißen Pad auf einer Maschine abpolieren macht keinen Sinn. Das rasch trocknende Öl bremst das Pad aus.

    1. Das Möbel-Hartöl wird die Maserung von dem Rosenholz voll zur Geltung bringen. Das Öl zieht sehr gut ein und gibt den nötigen Schutz in der Holzfaser. Die Haptik von der Holzoberfläche bleibt voll erhalten. Ich würde als zusätzlichen Schutz nach der Grundölung mit dem Möbelhartöl noch ein wenig TEC-Oil aufpolieren. Aber nicht als Schicht, sondern nur zur Porenfüllung.

  7. „Ist das Aufkleben von z.B. Aluprofilwinkeln auf ein mit Hartöl und anschließend mit Pflegewachsöl poliertem Zebranobrett möglich?

    Wenn ja, welchen Kleber sollte ich verwenden, Silicon, Acryl o.Ä. ?

    1. Das Pflegewachsöl wirkt mit den Wachsanteilen wie ein Trennmittel. Ein sicherer Halt ist nicht gewährleistet. Optimal wäre eine Abdecken der Klebestellen vor dem Ölen.

  8. Ich habe einen unbehandelten Eichenholztisch mit dem Hartöl eines anderen Herstellers (der mit dem C und den 4 Buchstaben) behandelt. Mit 240er geschliffen, aufgetragen, halbe Stunde wirken lassen und gründlich abgetragen. Am nächsten Morgen (15Std bei 22°C getrocknet) war der Tisch leicht klebrig. Ich vermute, dass es sich aus den Poren gedrückt hat. Dann habe ich wieder Öl aufgetragen, mit einem 240er Schleifvlies eingeschliffen und direkt wieder abgenommen. Halbe Stunde später mit einem Baumwolltuch per Hand poliert. Dann noch weitere 2 x im Abstand von einer Stunden per Hand mit einem frischen Tuch poliert. In den Poren glänzt es weiterhin und ich vermute das Öl wird darin nicht abtrocknen.
    Was kann ich da tun? Kann ich mit dem Finish-Öl das ganze “versiegeln“?

    1. Ich würde dem Öl noch etwas Zeit geben. Vermutlich härtet es noch gut aus. Wenn zwischendurch Öl glänzend aufquillt, dann dieses mit einem Lappen abpoliern.
      Das Finish-Öl ist ein schichttrocknendes, porenfüllendes (mit Naturharzen) Öl. Dünn aufgezogen würde dies tatsächlich durchtrocknen und den etwas klebrigen Zustand beenden. Aber: Je nachdem wie fett das Finish-Öl aufgetragen wurde, braucht dieses auch seine Zeit bis es trocken ist.

  9. Vielen Dank für die rasche Antwort.
    Das Finish-Öl würde ich dann noch zusätzlich auftragen.
    Ist das Weiße Polierpad nur für die Maschine geeignet, oder kann ich das auch per Hand benutzen und das Öl einpolieren?

    1. Das weiße Pad würde ich nur für die Maschine verwenden. Dafür würde ich sogar eher das beige und nicht das weiße nehmen, da das weiße u.U. zu schnell auf durch das Antrocknen von dem Finish-Öl ausgebremst wird.
      Mit der Hand würde ich das Finishöl mit der gelben Kante von dem Pflegeschwamm dünn aufziehen und nach ca. 10 Minuten mit einem trockenen Lappen abpolieren.

  10. Ich habe einen Tisch aus Kernbuche – bereits geölt.
    Zusätzlich würde ich ihn zum besseren Schutz gegen Flecken noch gerne farblos lackieren, am besten ohne schleifen.
    Welches Produkt wäre geeignet?

    1. Auf Öl kann problemlos der Naturharzlack von Natural verwendet werden. Der Lack ist eher ein dickerer Schichtauftrag. Bei einem Tisch würde ich zu einem dünnen Finishöl greifen, das die gleiche Wirkung hat.
      Das Finishöl trocknet glänzend aus – das TEC-Oil matt.

  11. Ich habe meinen Nussbaummassivtisch 3x mit Natural farblosem Parkettöl und dann einmal mit Natural Finishöl behandelt. Das ist etwa 2 Monate her.

    ich würde gerne die Oberfläche nochmal leicht abschmirgeln und nochmal behandeln, um die Oberfläche noch glatter zu bekommen.
    Welchen Auftrag empfehlen Sie? Einfach noch einmal Finishöl?

  12. Ich habe von einem Fussbodenservice meine zuvor mit Ochsenblut gestrichenen Kieferndielen schleifen lassen bis auf Korn 120. Es soll sich um „alte Schloßdielen“ handeln, die in der Mitte dunkler und am Rand wesentlich heller sind. Es ist ein Raum, der nicht stark bzw. ständig genutzt wird. Der Raum wird mit alten, relativ dunklen „Louis Phillippe“ Möbeln eingerichtet. Bitte teilen Sie mir mit, welches Öl in diesem Fall am besten dafür geeignet ist. Das Holz sollte nicht zu sehr dunkeln aber auch keinen direkten Weisston bekommen. Das Zimmer liegt nach Westen, so daß die Nachmittagssonne in diesen Raum kommt. Ist ein nochmaliges schleifen nach dem Ölen erforderlich? Bzw. kann ich das beschriebene polieren mit einem weißen Pad auch ohne Maschine ausführen; per Hand sozusagen?

    1. Nach dem 120er Schliff mit der Walzenmaschine erfolgt normaler Weise noch ein Feinschliff mit einem 180er Korn. Das kann man mit einer Einscheibenmaschine und einem 120er Schleifgitter erreichen. Die Schleifgitter haben eine feinere Körnung als die Schleifpapiere.

      Nun gibt es verschieden Öle, die unterschiedlich anfeuern, bzw. das Holz mal dunkler mal heller wirken lassen.

      Hier ein Foto mit verschiedenen Ölen auf Kiefer:Kiefer hell ölen

      Teilen Sie mir einfach mit, welche Farbgebung Ihnen eher liegt und dann klären wir den weiteren Weg.

      Die Grundölung (also das Öl im Holz) ist auch händisch auf großen Flächen möglich. Das Finish mit Finishöl oder TEC-Oil (also Öle die Poren füllen und/oder sogar eine kleine Schicht geben) geht auf großen Flächen wesentlich schöner und gleichmäßiger mit einer Einscheibenpoliermaschine.

  13. Hallo,
    ich habe einige Fragen:
    Es geht um insgesamt etwas über 40m², je zur Hälfte Fichte und sibirische Lärche, massive 25mm Nut und Feder-Dielen (Schiffsboden) auf Polsterhölzern in einem Ferienhäuschen in den Bergen (unregelmässiges Heizen/Auskühlen, Nutzung durch die Mitglieder und Hunde mehrerer Familien ;-)).
    a) Ich hatte vor, den Boden mit Hartwachsöl einzulassen (O…), bin jetzt aber auf Ihr Parkett Öl gestoßen. Würden Sie mir das unter den genannten Vorzeichen empfehlen oder haben Sie einen anderen Vorschlag?

    Der Boden wurde frisch verlegt und der Tischler, der es machte und ihn auch schliff, hat mich soeben angerufen und gemeint, dass es da und dort kleine Spalten gebe (wir haben B-Qualität gewählt). Er hat mir empfohlen, nicht zu saugen, sondern nur zu kehren und dadurch die Spalten mit Schleifstaub aufzufüllen. Leider kann ich noch nicht sagen, um wie viele und wie große Spalten es sich handelt, da ich 3 Fahrstunden weg wohne – und eigentlich am Wochenende den Boden behandeln wollte…
    Was halten Sie grundsätzlich von diesem Vorschlag?
    Sollte es da oder dort einen losen Ast geben: Kann ich vor dem Ölen problemlos mit Holzkitt arbeiten?

    Ist vor einem Nachölen stark beanspruchter Stellen (der Lärchenboden wird stellenweise/manchmal auch mit Schuhen begangen werden) grundsätzlich ein Anschleifen erforderlich?

    1. Parkettöl-Fußbodenöl für massive Holzdielen aus Lärche oder Fichte
      Hartwachsöle wirken mehr oberflächlich. Das Parkettöl-Fußbodenöl von Natural bietet den Schutz mehr im Holz als auf dem Holz. Wenn nach den Grundregeln für das Ölen die Sättigung der Holzfaser ordentlich angestrebt wird, dann erreichen Sie mit dem Öl einen sehr guten Tiefenschutz.
      Bei stark strapazierten Holzböden empfiehlt Natural anschließend als Finish das TEC-Oil. Diese Öl kann schichtbildend trocknen. Es wird nur sehr dünn aufgetragen und mit roten Pad auspoliert. Somit werden die Poren mit Harze gefüllt und der Schutz optimiert.

      Fugen mit Schleifstaub füllen
      Die Längsfuge gehört zu dem Erscheinungsbild eines Holzdielenbodens. Sie verändert sich durch das Quell- und Schwindverhalten des Holzes. Wenn diese nun mit irgend etwas gefüllt wird, dann wird diese „Füllung“ durch die Bewegung der Dielen herausgedrückt, gestaucht, etc. Ich würde das nicht tun.
      Lose Äste werden entfernt und mit einem Forstnerbohrer das Loch so eingesenkt, dass ein Astlochdübel eingesetzt werden kann.
      Größere Risse bei festen Ästen kann man mit einer Mischung aus TEC-Oil und Schleifstaub abspachteln. Der Vorteil dabei ist, dass die Farbe dieses Spachtels zum Holz passt.

      Anschleifen bei Nachpflege erforderlich
      Ein Anschleifen ist nicht nötig. Bei starker Verschmutzung (Patina) braucht es nur die Grundreinigung mit dem Intensivreiniger. Anschließend kann wieder das TEC-Oil bei dem stark beanspruchten Boden aufgetragen werden. Normaler Weise verwenden wir für das Auffrischen das Pflegewachsöl.

  14. Für das Ölen einer massiven 5cm dicken Eichentischplatte hat man mir gesagt, dass ich mit 240 schleifen und danach die erste Ölung durchführen soll. Dann ein Zwischenschliff mit 320 und nochmal Ölen und dann ein Finishöl.

    Ist das wirklich notwendig? Bei dem Parkettöl würde auch ein Auftrag reichen oder? Was wäre besser?
    Viele Grüße Ben

    1. Wenn unter „erste Ölung“ der Punkt 2 von unseren Grundregeln gemeint ist, dann kann man anschließend durchaus einen noch feineren Schliff anstreben. Wichtig ist, dass nicht nur einmal die Oberfläche benetzt wird, sondern bei der „ersten Ölung“ bereits die Sättigung der Holzfaser angestrebt wird. Also mehrfach spätestens alle 30 Minuten einen weiteren Auftrag – oder eben nach den letzten 30 Minuten den Überstand komplett wegnehmen (=Punkt 3).

      Bei Eiche wäre darauf zu achten, dass der Ölauftrag tatsächlich trocken ist uns somit durch den Zwischenschliff nicht die groben Poren verschmiert werden. Ich würde auch gründlich absaugen. Wer die Zeit für die Trocknung nicht hat, sollte lieber den feinen Schleifgang vor dem Ölen erledigen. Das Finishöl füllt dann noch die Poren und die Oberfläche wird genug glatt.

  15. Ich habe meine Möbel (Ahorn massiv) sauber geschliffen (120, 180, 240, 320), danach Pigmentöl Kalkweiß aufgetragen und nach 20 Min. wieder abgewischt (das Ganze 2x) und dann 1x TEC-Oil.
    Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Wie sieht nun in Zukunft die Pflege aus? Einfach nichts mehr tun, oder 1x pro Jahr TEC-Oil auftragen und Überstand abnehmen? Oder ein anderes Öl?

    1. Sie können das TEC-Oil zur Nachpflege verwenden. Dabei wird natürlich weitere Schicht aufgebaut, die matt austrocknet. Alternativ (ohne Schichtbildung) geht auch das Pflegewachsöl. Dieses Öl dient nur zur Auffrischung und ist mit Weißpigment bestellbar.

  16. Wir haben unsere neue Küchensarbeitsplatte (Buche) mit einer Öl-Wachs-Kombination behandelt. Es sieht ganz gut aus und erfüllt auch seine Funktion. Nur würden wir doch die Oberfläche glänzender haben und auch von der Struktur eher so etwas wie eine lackierte Fläche. Gibt es da noch eine Möglichkeit…?

    1. Glanz ist immer eine Schicht auf der Oberfläche. Bei einer Küchenarbeitsplatte wird so eine Schicht aber schnell angegriffen wenn die Platte ihrer Bestimmung entsprechend genutzt wird. Auf Wachs lässt sich kein glänzender Lack mehr auftragen. Auch das glänzende Finishöl hält nicht optimal. Evtl. kann mit der bereits verwendeten Öl-Wachs-Kombination ein weiterer dünner Film aufpoliert werden, der zu mehr Glanz führt.

      Sonst bleibt nur ein Abschleifen und dann die Verwendung von Kunstharzlacken. Der Naturharzlack ist für eine Arbeitsplatte zu weich. Der Glanz würde zu schnell abstumpfen.

  17. Habe einen massiven Eicheschaukelstuhl sandstrahlen lassen.Und jetzt brauche ich Hilfe für die weitere Behandlung des schönen Möbelstückes.Freue mich auf einen guten Vorschlag.Möchte es gerne natürlich belassen.
    Gruß Jutta

    1. Zuerst würde ich die Oberfläche noch fein schleifen. Wenn die Eiche richtig anfeuern darf, dann das Möbel-Hartöl farblos verwenden. Wenn der Stuhl eher hell, wie im frisch geschliffenem Zustand aussehen soll, dann das Pigmentöl Kalkweiß verwenden. Bei beiden Ölen keinen Überstand auf dem Holz belassen, sondern vor dem klebrig werden ordentlich abwischen.

  18. Hallo, Wir haben einen Tisch in Fischgräten Optik aus Kiefernholz gebastelt, sieht nach dem schliff sehr schön aus, wollen diesen jetzt aber behandeln mit Öl oder sonstigem.
    Die Struktur vom Holz sollte auch gut zu sehen sein.
    Welches Produkt würden Sie hier empfehlen?
    Der Tisch sieht jetzt sehr hell aus, würde uns gut gefallen wenn er etwas dunkler wird.

    1. Dunkler wird das Holz durch das Anfeuern mit dem Möbel-Hartöl. Da Öl zieht tief ein und gibt den Tiefenschutz. Alternativ geht auch das Parkettöl-Fußbodenöl. Dieses ist etwas fetter und es wird nicht so viel an Öl bis zur Sättigung der Holzfaser gebraucht.
      Wenn der Tisch stark genutzt wird, – z.B. Esstisch – dann noch als Finish das Finishöl (glänzend) oder das TEC-Oil (matt) dünn als Porenfüller aufziehen.

      Mit den Jahren wird die Kiefer durch das UV-Licht noch dunkler werden. Wenn die Anfeuerung nicht ausreicht, dann kann den Ölen auch etwas Pigmentöl (Musterdose reicht vermutlich) als Tönung beigemischt werden.

  19. Wir haben eine neue lärchenholz Terrasse und wir möchten das Holz dunkler bekommen durch ölen oder so. Können Sie uns dazu Tipps geben.

    1. Die Lärche als Terrassenholz wird relativ schnell alleine dunkler. Durch das Ölen „feuert„ das Holz an – es verstärkt sich also die Eigenfarbe. So wirkt das Holz selbst bei farblosen Öl schon dunkler. Dennoch würde ich bei Lärche noch ein wenig Farbpigmente als UV-Schutz einsetzen. Das Terrassenöl gibt es in dem Farbton „Lärche“. Ein eher kräftiges Rotbraun – so, wie ein älteres Lärchenholz wirkt. Wenn dieses zu dunkel sein sollte, dann kann es mit dem farblosen Terrassenöl heller gehalten werden.

  20. Da unser Wildeiche Naturholz-Esstisch durch Sonneneistrahung einige helle Stellen bekommen hat und durch tägliche Nutzung (viel mit Kindern) einige Flecken auf dem Tisch waren, habe ich nach der Reinigung den Tisch mit dem Finisheöl behandelt. Tolles Ergebnis, sieht farblich wie am ersten Tag aus. Einziges Problem, die Oberfläche ist stumpf und fühlt sich klebrig an. Habe ich was falsch gemacht??

    1. Das „stumpfe“ Ergebnis bei dem Finishöl ist ungewöhnlich. Normaler Weise trocknet es eher glänzend aus. Das kann eigentlich nur passieren, wenn man später als 10 Minuten nach dem Auftrag mit einem Vertreiben beginnt. Das Öl sollte sehr dünn (ca. 5 – 10ml/m²) innerhalb von 10 Minuten zu einem dünnen Film auf der Oberfläche vertrieben werden. Wenn der Auftrag zu dick erfolgt, dann dauert die Trocknung entsprechend lange. Klebrig bleibt das Öl nicht.

  21. Wir würden gerne eine Eichenplatte für einen Esstisch bearbeiten. Da wir nicht möchten, dass er zu dunkel wird, haben wir uns für das Parkettöl mit UV Blocker entschieden. Würden Sie hier eine zusätzliche Behandlung mit TEC Oil (mattes Finish ist gewünscht) empfehlen? Ich bin mir unsicher, ob die Farbe hierdurch nochmal beeinflusst wird. Welche Pflegemittel würden Sie uns außerdem empfehlen und sollten wir hierbei eher Mittel mit oder ohne UV Blocker auswählen?

    1. Auf einem Esstisch würde ich das TEC-Oil empfehlen. Es füllt die groben Poren der Eiche mit Naturharzen, was den Schutz vor Verschmutzung und Feuchtigkeitsflecken erhöht. Das Parkettöl mit UV-Blocker ermöglicht bei Eiche nicht ganz die Rohoptik. Das Holz wird etwas dunkler wirken – also doch „anfeuern“. Wenn es ganz wie im rohen Zustand wirken soll, dann wäre das Pigmentöl Kalkweiß die richtige Wahl. Hier ein Video von Werner über helles Holz hell ölen.

      1. Da uns eine leichte Anfeuerung gefällt, bleiben wir beim Parkettöl mit UV Blocker. Mit welchen Produkten sollten wir den Tisch dann reinigen und pflegen? Danke vorab.

          1. Oh, sorry! – Das habe ich übersehen. Ja, klar – bei Ölen mit Weißpigmente konsequenter Weise auch den Reiniger mit Weißpigment.

  22. Wir haben einen wunderbaren Buchenholzesstisch. Bisher habe ich ihn mit Leinos Hartöl spezial behandelt. Allerdings habe ich den Eindruck, dass ich das Holz nicht gesättigt bekomme, egal wie oft angewendet. Wenn irgendwo auch mal nur ein paar Minuten ein Tropfen Wasser steht, gibt es gleich nen Fleck.
    Die Infos hier haben mich überzeugt und Ich möchte nun gerne euer Möbel Hartöl benutzen. Muss ich vorher das „alte Zeug“ runterschleifen? Ist eine abschließende Behandlung mit dem TEC Oil empfehlenswert? Ich hätte gerne eine gleichmäßig matte oder seidenmatte Oberfläche mit schöner Haptik, die wasserunempfindlicher ist.
    Muss ich bei der Pflege meines Kernbuchen-Nähtisches etwas in der Pflege anders machen als bei der normalen Buche?
    Danke schon mal für die Antwort und viele Grüße

    1. Hier würde ich den Tisch mit 180er Korn schleifen und mit 220er feinschleifen. Gerne auch noch mit 320er nacharbeiten.
      Das genannte Öl enthält Paraffine und Alkydharze, die mehr eine schützende Schicht als einen Tiefenschutz ermöglichen. Diese Schicht lässt nicht richtig abwaschen – deshalb schleifen.
      Anschließend das Möbel-Hartöl mit Schwamm dünn aufziehen und nach 30 Minuten nochmal den Auftrag erneuern. Nach weiteren 30 Minuten den Überstand mit gut saugenden Lappen auspolieren.
      24 Stunden später kann dann dan TEC-Oil dünn aufgezogen werden. Mit der gelben Kante von dem Schwamm aufziehen (ca. 10ml/m²) und nach 10 Minuten (nicht später!) mit der trockenen Kante vom Schwamm noch mal nachziehen oder mit einem Lappen leicht über die Oberfläche wischen. So werden Überschneidungen im Auftrag ausgeglichen und es verbleibt ein dünner Film. Das Öl trocknet matt aus. In dem Fall reicht bei dem TEC-Oil die Musterdose aus.

  23. Ich habe einen Holztisch aus massiver Walnuss. Die Oberfläche ist sehr fein und glatt.
    Zur Pflege war ein Schleifschwamm und eine Flasche Leinöl beigelegt. Also habe ich vor dem ersten Ölen den Tisch leicht geschliffen und anschließend geölt. Das überschüssige Öl habe ich dann hinterher abgenommen, wohl aber nicht gründlich genug. Der Tisch klebte und alles schmierte. Also habe ich ihn erneut etwas geschliffen und anschließend mit dem Polieraufsatz unseres Schleifgerätes behandelt. Hierdurch stellte sich eine Besserung ein. Nachfolgend behandelte ich den Tisch innerhalb von 3 Jahren ein paar Male durch leichtes Anschleifen mit besagtem Schleifpad, wenig Speise-Leinöl und anschließend mit der Poliermaschine. Nun aber ist der Tisch zunehmend fleckig und zumindest scheinbar immer empfindlicher, was Kratzer und Wasserflecken angeht. Wird Holz durch Wasser weich? Klar ist: es muss etwas passieren, nur was?

    1. Speiseleinöl ist nicht sehr robust für eine Tischplatte. Hier würde ich die Oberfläche mit einer kräftigen Seife – bei Natural Naturfarben der Intensivreiniger – reinigen und anschließend dünn das TEC-Oil auftragen. Spätestens nach 10 Minuten mit einem Lappen leicht nachwischen und somit einen dünnen Film von dem TEC-Oil auf der Oberfläche durchtrocknen lassen. Das Öl härtet matt aus.

  24. Wir haben in unserer Küche eine mittlerweile 6 Jahre alte Arbeitsplatte aus massiver Eiche. Diese wurde ganz am Anfang mit einem Parkettöl behandelt (nicht von uns), aber vermutlich nicht oft genug und/oder falsches Öl, da sich recht schnell Flecken gebildet haben und die Platte echt empfindlich war.
    Nachdem sie jetzt wirklich nicht mehr schön war, habe ich sie mit dem Intensivreiniger und Schwamm intensiv gereinigt, was so gut geklappt hat, dass wir uns das Schleifen gespart haben!
    Anschließend wurde sie mit eurem Parkettöl mehrfach bis zur Sättigung geölt, 24h trocknen gelassen und anschließend noch mit einer dünnen Schicht Pflegewachsöl behandelt.
    Nach 14 Tagen austrocknen sieht sie wunderschön aus, wir sind begeistert!
    Wie gehe ich zukünftig weiter vor? Reinigen nur mit dem Spezialreiniger und wie oft Nachölen? Mit dem Pflegewachsöl oder wieder Parkettöl?
    Vielen Dank für die Hilfe und auch eure tollen Anleitungen!

    1. Vielen Dank für diese ausführliche und positive Rückmeldung.
      Die Unterhaltsreinigung erfolgt mit dem Spezialreiniger – ein milder Reiniger mit viel nachpflegenden Stoffen. Und wenn das Holz zu trocken wirkt, dann kann mit dem Pflegewachsöl nachgeölt werden. Das Parkettöl sollte man nicht verwenden, da es nur für die Grundölung gedacht ist. In der Nachpflege wäre es zu fett und würde u.U. zur Überölung führen – einer klebrigen Oberfläche.

  25. Hallo,
    wir sanieren unser Haus und werden Mehrschichtdielen selber verklebt verlegen. Dabei handelt es sich um Eiche, 4 mm Nutzschicht auf Multiplex. Wir können die Dielen fertigbeschichtet mit Hartwachsöl oder gespachtelt und geschliffen ungeölt kaufen. Ich tendiere zu der rohen geschliffenen Variante und würde es gerne mit dem Natural Hartöl selbst ölen. Wir werden nicht nochmal schleifen, der Hersteller würde die bereits geschliffenen Dielen auch nur durch die Ölstraße jagen.
    So wie Sie die Arbeitsgänge beschreiben kann man die 3 Anstriche direkt hintereinander (30/40 min dazwischen) aufbringen und benötigt nach 24 Std nur noch ein Finish. Korrekt? Andere Hersteller schreiben etwas von 2-3 Schichten, allerdings mit 24 Std Trocknungszeit zwischen jeder Schicht.
    Außerdem noch die Frage zu der Menge:
    Es handelt sich um 190 qm. Laut Datenblatt steht 1. Anstrich 10-40 qm/l und 2. Anstrich 20-40 qm/l (sind damit die Anstriche hintereinander, wie oben beschrieben, gemeint?) Das kommt mir recht viel vor, zumindest im Vergleich zu den Angaben anderer Produkte teilweise doppelt so viel. Möchte nicht zuviel bestellen, allerdings auch nicht zu wenig da haben. Zumal wenn ich die Schichten direkt hintereinander aufbringen soll.
    Viele Dank im Voraus

    (Eine Ölprobe habe ich bereits bestellt, um sie am Muster zu testen)

    1. Eiche wir relativ wenig Öl aufnehmen. Vermutlich wird es nicht zu einem dritten Auftrag kommen und die Sättigung ist bereits nach dem zweiten Auftrag erreicht. Zwischen den zwei Aufträgen wartet man ca. 30 Minuten. Wiederum 30 Minuten nach dem zweiten Auftrag wird dann jeglicher Überstand abgenommen. Den insgesamten Bedarf schätze ich auf ca. 100 ml/m² – 20 Liter sollten also für die 190m² reichen. Als Finish kommt dann das TEC-Oil in Frage. Hier werden ca. 10ml/m² benötigt. Nach dem Testen würde ich im kleinsten Raum meine erste Erfahrung mit dem Ölen machen. Dann bekommt man auch ein Gefühl dafür, was das Holz an Öl aufnimmt.
      Wir reden nicht von Schichten – es geht eher um eine Imprägnierung. Der Schutz ist im Holz – weniger auf dem Holz – dies gilt es auch bei dem Vergleich mit anderen Ölen zu beachten. Sogenannte „Hartwachsöle“ sind eher schichttrocknend – bilden also eine Schicht auf der Oberfläche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Zustimmung zur Datenspeicherung und -verarbeitung lt. DSGVO:
Das Kommentarformular speichert Ihren Name, Ihre E-Mail-Adresse und den Inhalt sowie eine anonymisierte IP-Adresse, um die Kommentare auf dieser Website verarbeiten zu können. Bitte entnehmen Sie weitere Infos unserer Datenschutzerklärung.

Naturfarben-News in Ihrem Posteingang

Erhalten Sie Aktions-Angebote, Veranstaltungstipps und Produktinfos zu Naturfarben in unserem E-Mail-Newsletter. – Kostenlos und Spam-frei!

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner