UV-Licht und Holz: Warum wir auf „Sonnenmilch“ statt Plastikfolie setzen
Intensive Sonneneinstrahlung ist eine der größten Belastungen für Holz im Außenbereich. Erfahren Sie, wie spezielle Pigmente in Lasuren das Licht brechen und warum der richtige Sonnenschutz bereits bei der Wahl der Inhaltsstoffe beginnt.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Das Problem: UV-Strahlung zerstört das Lignin, wodurch Holz grau, spröde und rissig wird.
- Die Lösung: Natürliche Lasuren mit einem Weißpigmentanteil von 10 bis 20 Prozent wirken wie ein Schutzschild.
- Der Vorteil: Im Gegensatz zu schichtbildenden Anstrichen bleibt das Holz diffusionsoffen und geschützt vor Fäulnis.
Wenn die Sonne das Holz „mürbe“ macht
Wer gerne mit Holz arbeitet, kennt das Problem: Flächen wie Terrassen oder Fassaden sind heute durch immer kürzere Dachüberstände oft gnadenlos der Sonne ausgesetzt. Die UV-Strahlung setzt dem Werkstoff massiv zu, das Holz trocknet aus und verändert seine Farbe.
In meinem aktuellen Fachartikel für das Malerblatt (Ausgabe 05/2026) beschreibe ich die physikalischen Hintergründe dieser Verwitterung. Das UV-Licht zerstört das Lignin, welches im Holz für die Stabilität und den natürlichen Zellschutz verantwortlich ist. Ohne Schutz wird die Oberfläche schnell unansehnlich.
Lignin: Ein entscheidender Bestandteil des Holzes, der für die Verholzung der Zellen und den natürlichen UV-Schutz zuständig ist. Wird es durch Licht zerstört, verliert das Holz seine Bindekraft.
Das Prinzip Sonnenmilch: Schutz ohne Porenverschluss
In der Werkstattpraxis stellt sich oft die Frage: Wie schützen wir das Holz am besten? Werner Koppermüller, technischer Berater bei Natural-Naturfarben, erklärt im Interview, dass es zwei Wege gibt: Kristalle oder Pigmente.
Wir raten dringend von kristallhaltigen Anstrichen ab, da diese zur Schicht- und Filmbildung neigen. Das Problem: Die Poren werden verschlossen, eingedrungene Feuchtigkeit kann nicht mehr entweichen, und die Gefahr von Fäulnis steigt erheblich.
Stattdessen setzen wir auf das Prinzip der „Sonnenmilch“. Natürliche öl- oder wasserbasierte Lasuren von Natural dringen tief ein. Die Fasern sind gesättigt, das Holz ist „satt“, aber die Poren bleiben offen. Der Pinsel gleitet über die Oberfläche und die enthaltenen Weißpigmente brechen das UV-Licht, genau wie eine Schutzlotion auf unserer Haut.
Vergleich: Schichtbildender Schutz vs. Natural-System
| Eigenschaft | Kristall-Anstriche (konventionell) | Natural Holzlasuren |
| Wirkweise | Filmbildung / Versiegelung | Tiefenwirkung / Offenporig |
| Feuchtigkeitsaustausch | Poren verschlossen | Feuchteregulierend |
| UV-Schutz | Chemisch/Physikalischer Film | Lichtbrechung durch Weißpigmente |
| Risiko | Gefahr von Fäulnis | Langfristige Werterhaltung |
Farbtreue bewahren: Schluss mit dem Nachdunkeln
Ein unschöner Nebeneffekt bei farblosen Anstrichen ist das sogenannte „Anfeuern“. Helle Hölzer dunkeln oft stark nach, was besonders bei modernen Innenräumen mit großen Glasflächen unerwünscht ist.
Unser Handwerksverstand sagt uns hier: Nutzen Sie Lasuren mit einem Weißpigmentanteil von etwa 10 bis 20 Prozent. Dies verhindert das übermäßige Nachdunkeln und das Holz behält seinen ursprünglichen, natürlichen Farbton. Ob Sie sich dabei für eine wasserbasierte oder ölige Variante entscheiden, bleibt Ihren persönlichen Vorlieben überlassen – beide sind für innen und außen gleichermaßen geeignet.
Vertrauen durch konsequente Volldeklaration
Bei der Firma Lipfert legen wir seit über 30 Jahren unseren Schwerpunkt auf das System von Natural-Naturfarben. Diese Entscheidung trafen wir aus der Überzeugung heraus, dass nur ein ehrlicher Umgang mit Rohstoffen langfristig Bestand hat.
Gerade im Innenbereich wirkt sich die Holzpflege direkt auf die Raumluftqualität aus. Natural setzt deshalb ausschließlich auf natürliche Komponenten und eine konsequente Volldeklaration. So ist jede Rezeptur für Sie jederzeit überprüfbar.
Für die praktische Anwendung, etwa wie Sie den Anstrich unverdünnt und zweifach auf neues Außenholz auftragen, finden Sie hilfreiche Anleitungen auf dem YouTube-Kanal @Natural-farbenDe.
FAQ: Nutzer fragen auch
Muss ich das Holz vor der Nachpflege jedes Mal abschleifen?
Nein. Da die Lasuren von Natural keine harten Schichten bilden, blättern sie nicht ab. Eine Nachpflege ist meist ohne mühsames Abschleifen möglich, da die diffusionsoffene Struktur erhalten bleibt.
Wie viel Weißpigment ist für den optimalen Schutz nötig?
Ein Anteil von etwa 10 bis 20 Prozent hat sich in der Praxis bewährt, um sowohl UV-Licht zu brechen als auch das optische Nachdunkeln (Anfeuern) zu verhindern.
Gibt es für den Innenbereich eine farblose Alternative mit UV-Schutz?
Ja, für Wohnräume bietet Natural alternativ einen natürlichen Bienenwachsbalsam mit einem speziellen farblosen UV-Protektor an, der die natürliche Optik bewahrt und gleichzeitig schützt.
Mein Fachartikel aus dem Malerblatt – PDF-Download:
Foto oben (Titelbild): Susanne Sachsenmaier-Wahl
