Zuviel geölt – klebrige Oberfläche

Geöltes Holz klebt und trocknet nicht: So retten Sie überölte Flächen

Das Wichtigste vorab

Wenn geöltes Holz klebt und nicht trocknet, liegt das an nicht abgenommenem Öl-Überstand auf der Oberfläche. Die sicherste Lösung, um diesen klebrigen Harzfilm zu entfernen, ist das Anlösen mit dem natürlichen Orangenschalenöl von Natural Naturfarben und einem grünen Reinigungspad. Nach dem Abnehmen des gelösten Öls wird die Faser hauchdünn nachgepflegt, sodass der Boden wieder voll trittfest und samtseidig wird – ganz ohne Abschleifen.

Warum klebt Holz nach dem Ölen? Die Ursache verstehen

Es passiert in der Praxis immer wieder: Das Holz wird geölt, der Boden sieht glänzend aus, und der verbleibende Ölfilm wird auf dem Holz stehen gelassen. Das Ergebnis ist ein überölter Holzboden, der zäh klebt und bei dem es einem „die Socken auszieht“. Auch bei Hobeldielen oder stark strukturierten Hölzern drückt es das Öl häufig nachträglich kapillar aus Fugen oder Astlöchern an die Oberfläche. (Beachten Sie hierzu auch unsere Grundregeln für das Ölen).

Handwerks-Regel: Der Schutz liegt im Holz, nicht auf dem Holz
Ein hochwertiges Naturöl ist dafür konzipiert, in die Kapillaren einzuziehen und die Holzfaser tiefenwirksam zu sättigen. Ist die Faser vollgesaugt, darf kein flüssiges Öl auf der Oberfläche verbleiben. Dieser sogenannte Überstand kann an der Luft nicht mehr ordnungsgemäß durchhärten. Er bildet eine zähe, klebrige Haut, die den notwendigen Luftsauerstoff für die tieferen Schichten blockiert.

Fünf Wege aus der Praxis: Klebriges Holzöl sicher entfernen

Was tun, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist? Die folgenden fünf Möglichkeiten bauen aufeinander auf – von der sanftesten Methode bei leichten Fällen bis zur verlässlichen Profi-Lösung für hartnäckige Flächen.

1. Frisches Holzöl als Anlöser nutzen (für ganz frische Fälle)

Wenn der Ölauftrag erst einige Stunden zurückliegt und noch nicht komplett abgebunden hat, tragen Sie dasselbe Holzöl oder das recht dünn eingestellte Pflegewachsöl erneut auf die betroffenen Stellen auf. Lassen Sie es ca. 10 Minuten einwirken. Die frischen Naturöle lösen den leicht angetrockneten Film wieder an. Anschließend müssen Sie die Fläche mit einem sauberen, fusselfreien Baumwolltuch trockenreiben. Ein anschließendes Nachpolieren mit einem weißen Polish-Pad unterstützt den Vorgang. Für sehr große Flächen ist diese Methode jedoch zu aufwendig.

2. Durchtrocknen lassen und mit Pflanzenölseife abtragen

Pflanzenölseife von Natural Naturfarben

Wenn die Oberfläche nur minimal klebrig ist und ein sehr gleichmäßiges Bild zeigt, lassen Sie das Holzöl zunächst etwa 14 Tage lang durchhärten. Reinigen Sie den Boden anschließend mit warmem Wasser, der milden Pflanzenölseife und einem Mikrofaser-Mopp. Hinweis aus unserer Werkstatt-Praxis: Normalerweise raten wir bei geölten Böden strikt von Mikrofaser ab, da sie das Schutzwachs abträgt. In diesem speziellen Fall nutzen wir diesen leicht schleifenden Effekt jedoch gezielt, um den störenden Film sanft abzureiben.

3. Mechanisches Anlösen mit dem Pflegeschwamm

Pflegeschwamm von Natural Naturfarben

Geben Sie frisches Holzöl oder Pflegewachsöl auf die klebrigen Zonen und arbeiten Sie es mit der rauen, grünen Rückseite des Pflegeschwamms kräftig ein. Polieren Sie den gelösten Schmutz-Öl-Film direkt danach mit Baumwolllappen vollständig trocken. Achtung: Bei weichen Nadelhölzern und hohem Anpressdruck kann das Holz dadurch leicht strukturiert werden.

4. Nass einschleifen (nur bei feinporigen, geschlossenen Hölzern)

Bei feinporigen Laubholzarten wie Ahorn oder Buche und fugenlosen Flächen können Sie erneut dünn Holzöl auftragen und dieses mit einem Schleifgitter (in der Körnung des letzten Feinschliffs) nass einschleifen. Nehmen Sie den feinen Schleifschlamm nach spätestens 20 Minuten lückenlos mit gut saugenden Lappen ab. Wischen Sie die Oberfläche so trocken, als wollten Sie sie polieren. Bei grobporigen Hölzern (z. B. Eiche oder Esche) ist von dieser Methode abzuraten, da der Schleifbrei die Poren unschön zuschmieren kann.

5. Die verlässliche Profilösung: Orangenschalenöl und grünes Pad

Orangenschalenöl reinigt bei zuviel geöltem Holz
Orangenschalenöl reinigt bei zuviel geöltem Holz

Dies ist der verlässlichste Weg bei zähen, stark klebrigen Flächen: Verteilen Sie reines Orangenschalenöl auf den betroffenen Stellen. Nach kurzer Einwirkzeit polieren Sie den aufgeweichten Überstand mit einem kräftigen grünen Pad (bei großen Flächen mit der Einscheibenmaschine, bei kleinen Stellen per Hand mit dem Pflegeschwamm) gründlich ab. Wischen Sie den gelösten Abrieb sofort mit trockenen Baumwolltüchern auf.

Nach 24 Stunden Trocknungszeit wird die Oberfläche mit einem weißen Pad und wenigen Tropfen Holzöl hauchdünn nachgepflegt, damit das Holz wieder satt geschützt ist. Sorgen Sie während der Verarbeitung für eine gute Durchlüftung der Räume.

Wichtiger Sicherheitshinweis zur Selbstentzündung: Mit Öl getränkte Lappen und Pads neigen beim Trocknen zur Selbstentzündung! Breiten Sie gebrauchte Tücher nach der Arbeit immer im Freien glatt aus, um sie austrocknen zu lassen, oder bewahren Sie diese bis zur Entsorgung in einem luftdicht verschlossenen Metall- oder Glasbehälter auf.

Praxis-Beispiel: Klebriges Parkett schrittweise sanieren

Im folgenden Praxis-Fall wurde auf einem Parkettboden deutlich zu viel Bodenöl aufgetragen. Der Boden wirkte im ersten Moment glänzend, blieb jedoch extrem klebrig und konnte nicht durchtrocknen. Ein fachgerecht geölter Boden ist nach der Sättigung seidenmatt. Starker Glanz nach dem Ölen zeigt immer an, dass ein störender Überstand auf dem Holz steht.

Zuviel an Bodenöl aufgetragen - das Parkett glänzt - klebt aber auch.
Schöner Glanz – aber klebrig: Auf diesem Parkett wurde zu viel Bodenöl aufgetragen und nicht rechtzeitig abgenommen.

Mithilfe von Orangenschalenöl und dem grünen Pad wurde der klebrige Film Schritt für Schritt gelöst und mit Baumwolllappen aufgenommen. Das anschließende Finish erfolgte tropfenweise mit dem Pflegewachsöl von Natural Naturfarben und einem weichen weißen Pad. Das Holz erlangte dadurch seinen natürlichen, seidigen Touch zurück.

Klebriges Parkettöl wird mit Orangenschalenöl entfernt
Mit Orangenschalenöl und dem grünen Pad wird das klebrige Parkettöl restlos vom Holzboden entfernt.

Sollten nach dem Abnehmen des Öl-Überstands noch ungleichmäßige Pigmentflecken sichtbar sein, hilft Ihnen unser spezifischer Ratgeber weiter: Flecken auf der Holzoberfläche behandeln.

Lipfert u. Co.: Vertrauen durch konsequente Volldeklaration

Bei der Fränkischen Glasgesellschaft Lipfert u. Co. (Handelstradition seit 1920) begleiten wir Handwerker und Eigenheimbesitzer seit über 30 Jahren bei der Werterhaltung von Holzoberflächen. Aus dieser Praxis-Erfahrung heraus setzen wir voller Überzeugung auf das System von Natural Naturfarben.



Ein entscheidender Punkt ist die konsequente Volldeklaration. Wenn Sie klebrige Flächen mit Orangenschalenöl anlösen, nutzen Sie ein reines, ätherisches Pflanzenöl mit hoher natürlicher Lösekraft – vollkommen frei von unklar deklarierten synthetischen Verdünnern. Diese Ehrlichkeit bei den Rohstoffen schafft die nötige Sicherheit für ein gesunden Wohnraum.

Vergleich der 5 Rettungs-Methoden im Überblick

MethodeGeeignet fürWerkzeuge / Produkte
1. Anlösen mit frischem ÖlSehr frische, kleine KlebestellenHolzöl / Pflegewachsöl + weißes Pad
2. Pflanzenölseife & MikrofaserLeichtes Kleben nach 14 Tagen TrocknungPflanzenölseife + Mikrofaser-Mopp
3. Pflegeschwamm-EinsatzPunktuelle, zähe FleckenPflegewachsöl + Pflegeschwamm (grün)
4. Nass EinschleifenGeschlossene, feinporige Hölzer (Ahorn, Buche)Holzöl + Schleifgitter
5. Orangenschalenöl (Profi-Weg)Stark klebrige, große Flächen & ParkettOrangenschalenöl + grünes Pad

Video-Anleitung: Klebriges Parkettöl mit Orangenschalenöl entfernen

Auf unserem YouTube-Kanal @Natural-farbenDe zeigt Ihnen Werner direkt in der Werkstatt-Praxis, wie das zäh gewordene Öl mit Orangenschalenöl gelöst und abgenommen wird:

Zuviel geöltes Holz trocknet nicht – Werner zeigt die Rettung mit Orangenschalenöl.

Nutzer fragen auch (FAQ)

Trocknet klebriges Holzöl von alleine noch durch?

Nein. Natürliche Öle härten oxidativ (durch Reaktion mit Luftsauerstoff) aus. Steht eine zu dicke Schicht auf dem Holz, bildet sich an der Oberfläche eine dichtende Haut, die den Sauerstoff für die darunter liegende Ölschicht abblockt. Die Masse bleibt dauerhaft klebrig, nimmt Schmutz auf und muss mechanisch oder chemisch gelöst werden.

Kann ich klebriges Holzöl auch mit synthetischer Nitroverdünnung entfernen?

Davon raten wir aus der Werkstatt-Praxis dringend ab. Nitroverdünnungen oder Aceton sind extrem flüchtig, belasten die Raumluft stark und können das Porengefüge des Holzes unregelmäßig auswaschen. Das natürliche Orangenschalenöl besitzt eine exzellente Lösekraft für Pflanzenharze, riecht angenehm und schont das Raumklima.

Wie verhindere ich klebrige Stellen beim nächsten Ölen?

Tragen Sie das Holzöl mit einem Pinsel oder Lappen gleichmäßig auf und lassen Sie es ca. 20 bis 30 Minuten einziehen, bis das Holz satt ist. Wischen Sie anschließend den gesamten flüssigen Überstand mit trockenen, gut saugenden Baumwolltüchern restlos ab. Wenn die Oberfläche matt-feucht aussieht und sich beim Handrücken-Test nicht mehr nass anfühlt, ist das Ergebnis perfekt. Mehr bei den Grundregeln für das Ölen.

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Kommentare

270 Kommentare zu „Zuviel geölt – klebrige Oberfläche“

  1. Ich habe zum ersten Mal Leinölfirnis verwendet um die Ikea-Balkonmöbel zu ölen. An einigen Stellen (vor allem in den Zwischenräumen und an den Rändern) ist es klebrig geblieben und leider spielt das Wetter nicht mit und es regnet immer wieder (und ich habe leider keine Möglichkeit, sie woanders hinzustellen und eine Markise oder so haben wir auch nicht). Die Möbel hatten nach dem Anstrich fast 36 Stunden in denen es trocken und untertags sonnig war. Seitdem regnet es immer mal wieder. Ich hab gelesen, wie leicht sich das Zeug entzünden kann und wollte mal fragen ob diese Stellen irgendwie gefährlich sind wenn man sich da draufsetzt und die Kleidung damit in Berührung kommt. Wenn nicht, würde ich sie normal verwenden und einfach noch eine Weile warten bis es eventuell noch weiter trocknet und sie dann abschleifen und nochmal vorsichtig drüberölen.
    Oder soll ich was anderes machen? Vor Orangenöl und Aceton hab ich zu großen Respekt.
    Meine wichtigste Frage wäre die bezüglich der Gefährlichkeit der klebrigen Stellen…
    Danke!

    1. Wenn es wirklich Leinölfirnis war – also Leinöl mit Trockenstoffe (= Sikkative), dann sind die 36 Stunden Trocknungszeit vor dem Regen schon recht gut für die Trocknung.
      Die klebrigen Stellen werden aber noch ein paar Tage mehr brauchen, bis sie durchgetrocknet sind.
      Die Selbstentzündung von Leinöl kann nur entstehen, wenn ein getränktes Tuch zusammengeknüllt eine Sauerstoffanbindung ausbremst. Dies ist in diesem Fall nicht gegeben.
      Der Kontakt zur Kleidung bei den klebrigen Stellen könnte natürlich die Kleidung unter Umständen beschmutzen. Eine Selbstentzündung ist auch hier nicht mehr möglich.

      1. Ja, es war leinöl-firnis. Mittlerweile ist es an den meisten Stellen trocken. Aber an den unteren Kanten bleibt einfach so ein klebriger, pampiger Rand. Wenn ich weiss, dass das nur ein ästhetisches Problem ist, kann ich damit leben! Ich hatte nur Angst, dass die Kleidung dann was davon abbekommt und sich noch entzünden kann oder so… aber jetzt sind es ja auch schon über 2 Wochen und diese Woche soll es richtig warm werden. Das hilft bestimmt auch.
        Vielen lieben Dank noch mal.

  2. Hallo Team Natural-Farben. Ich habe vor 3 Tagen meinen gebürsteten Eichendielenparkett mit Woca Maintenance Oil (Pflegeöl) eingelassen. Der komplette Boden ist nun speckig. Wie bekomme ich das zu viele Öl wieder weg, ohne die gebürsteten Oberflächenstruktur herauszuschleifen?

    1. Wenn das „Speckige“ trocken ist, dann würde ich mit einem 280er Schleifvlies / Schleifmatte / Schleifpad die Oberfläche mattieren. Das Vlies kannst Du auch unter ein zusätzliches weißes Pad weicher legen, dann schmiegt es sich noch besser in die Strukturierung. Damit schleifst Du die Strukturierung nicht weg, sondern reduzierst nur die Ölschicht.

      Im Nachgang mit beigen Pad das TEC-Oil dünn (max. 10ml/m2) vertreiben und trocknen lassen. Hier mal ein Video über das Nachpflegen von einem Holzboden mit dem TEC-Oil.

  3. Hallo, ich habe eine Holzdecke mit Leinölfirnis behandelt. Das Leinölfirnis wurde mit einer Walze aufgetragen. Über Nacht hat das Öl Tropfen und Verdickungen entwickelt und glänzt.
    es sind ca 12qm die ich behandelt habe. Das war vor 2 Tagen.
    Frage, ist das Orangenschalenöl zum Entfernen der Überölung geeignet ?
    Ich habe auch gelesen dass man mit einer Heissluftpistole das Öl entfernen kann.
    Für eine kurzfristige Antwort wäre ich dankbar.

    1. Mit der Heißluftpistole würde ich in dem Fall nicht arbeiten. Es bräuchte dazu noch mechanisches Verkzeug. Die Oberfläche würde zu sehr darunter leiden.
      Das Orangenschalenöl funktioniert recht gut zum Ablösen – auch, wenn es schon ein paar Tage länger klebt.

  4. Ich habe meinen gebürsteten Parkett geölt und hatte gedacht ich habe genug nachgewischt.
    Jetzt nachdem das Öl eingezogen ist, ist der ganze Boden fleckig.
    Ich hab vermutlich die vertieften Stellen zu wenig abgewischt.
    Denken Sie, der Boden ist noch zu retten mit der Behandlung von Orangenschalenöl und grünem Pad?

    1. Wenn die Oberfläche nicht klebrig ist, dann kann es auch ein anderer Fehler sein. Wenn möglich, bitte an unsere Email-Adresse scharfe Fotos von dem Boden im Ganzen und im Detail senden.

  5. Wir haben uns ein Haus gekauft in dem Parkett liegt. Nun bin ich gerade am Renovieren und habe gemerkt, dass in einem Raum der Boden klebt. Wann das letzte mal geölt wurde kann ich nicht genau sagen aber bestimmt schon mehrere Jahre her.
    Ist es jetzt immer noch möglich den Boden mit dem Orangenschalenöl zu bearbeiten?

    1. Wenn der Boden tatsächlich geölt wurde, dann ist ein Reinigen mit dem Orangenschalenöl möglich. Bei unklaren Altbeständen sollte natürlich zuvor ein Test unternommen werden. Sollte die klebrige Oberfläche verschmutzt sein, dann bietet sich auch die Reinigung mit dem Intensivreiniger an.

  6. Ich habe heute früh zum ersten Mal unseren Esstisch aus Eiche (rund sieben Jahre nach Kauf) mit Leinölfirnis geölt und natürlich vergessen, das Öl wieder abzunehmen. Jetzt klebt der Tisch an manchen Stellen und glänzt teils. Wie behebe ich das hier am besten? Zieht das vielleicht noch weg?

  7. Mein Mann hat unseren frisch verlegten Wildeicheholzparkett mit einem universal Hartholzöl auf Leinölbasis geölt mit einer Rolle und danach auch gewischt aber nun ist der Boden leicht klebrig und im Licht ist er fleckig und wenn man genau schaut haben sich kleine Tropfen gebildet. Wie bekommen wir das wieder weg oder was können wir machen? Geht das mit den Orangenschalenöl wieder weg? Braucht man dazu eine Maschine oder geht das auch händisch? Wäre Ihnen sehr dankbar über einen Tipp

  8. Halli hallo, ich habe die letzten 3 Wochenenden ca. 60m2 Weichholzdielen in unserem Bauernhaus abgeschliffen. Danach 2x in Abstand von 24h mit Hartwachsöl behandelt. Nach dem ersten Ölaufstrich ließ sich der Überstand sehr gut abnehmen und das Ergebnis war toll. Nach dem 2. Ölen habe ich erneut nach 30min den Überstand abnehmen wollen. Hier begegnete mir dann jedoch eine ziemlich klebrige Oberfläche, die ich noch versucht habe, mit einem Baumwolllapoen matt zu bekommen. Nach 2 Tagen ist der Boden nun überhaupt nicht mehr klebrig, aber die Oberfläche ist ungleichmäßig matt und glänzend. Man sieht zum Beispiel meine Fußabdrücke vom Überstandabnahmeversuch. Ist die Pflanzenölseifd nun das richtige Produkt, um den Boden gleichmäßiger zu bekommen oder sollte ich noch einmal sehr dünn ölen?
    Lieben Dank und viele Grüße aus dem schönen Thüringen, Tina

    1. Wenn die Oberfläche tatsächlich nicht klebrig ist, dann würde ich diese komplett mit einer Einscheibenmaschine und einem 280er Schleifvlies mattieren und anschließend dünn und gleichmäßig ein schichttrocknendes Öl als Finish mit einem roten Pad aufziehen. Bei Natural wäre es das TEC-Oil.

  9. Ich habe vor 5 Tagen meinen Esstisch (Eiche Massivholz) mit reinem Leinöl behandelt und vermutlich zu viel Öl auf dem Tisch gelassen. Die Oberfläche sieht gut aus aber sie klebt auf der gesamten Oberfläche leicht.

    Hast du einen Tipp? Sollte ich gleich mit Orangenschalenöl rangehen, noch ein paar Tage warten und es mit Pflanzenölseife probieren oder sollte ich den Tisch mit Natural Intensivreiniger behandeln?

    1. Wenn die leichte Anhaftung nicht zu sehr stört, dann würde ich noch 10 Tage warten und dann mit dem Reiniger der eigenen Wahl und Mikrofasertuch die Oberfläche reinigen. Immer wenn eine Naßreinigung ansteht mit Mikrofasertuch arbeiten. Wenn sich nichts verbessert, dann doch mal das Orangenschalenöl einsetzen.

  10. Hallo Team, Hallo Frank,
    vielen Dank für euren Content und für eure Hilfe!

    Ich habe letztens eine Eichen-Holzplatte geölt und vergessen das überschüssige Öl abzutragen.
    Dafür habe ich BONDEX farbloses Holzöl nach der Grundierung verwendet.

    Jetzt glänzt die Platte und klebt etwas. Auf der Oberfläche sind ein paar „schrumpelige/faltige“ Flecken zu erkennen.
    Wie bekomme ich diese Flecken weg?
    Kann ich hier das Orangenschalenöl zum Abtragen der Schicht nehmen?
    Falls ja, muss ich danach nochmal ölen oder entfernt das Orangenöl einfach die glänzende Schicht?

    Beste Grüße
    Max

    1. Hallo Max,

      das Bondex-öl ist auf „Basis von natürlichen Ölen“ – das kann bedeuten, dass die natürlichen Öle zu Alkydharzen modifiziert wurden. Diese Alkydharze sind für das Orangenschalenöl schwieriger zu knacken als die natürlichen Baumharze. Ich würde es aber damit versuchen. Bei „schrumpeligen, faltigen Flecken“ ist natürlich schon viel Schicht vorhanden. Da kannst Du ja fast schon eine Ziehklinge ansetzen.

      Wenn alles trocken ist (also durch den Abtrag nichts mehr klebt), dann kann es gut sein, dass die Oberfläche nicht gleichmäßig wirkt. Ich würde mit einem 280er Schleifvlies abziehen und dann ein paar Tropfen von dem Öl aufpolieren.

      Wenn zwingend kein Glanz vorhanden sein soll, dann würde ich das TEC-Oil verwenden. Es hat Mattierungsmittel (Kieselgur) und trochnet somit matt aus.

      1. Ich habe selbst Lärchenboden verlegt, ca. 25 m². Dann habe ich ihn geschliffen und anschließend mit reinem Leinöl (kein Firnis) mittels einer Rolle aufgetragen. Nach 20-30 Minuten habe ich überschüssiges Öl abgewischt. Ich weiß, dass Leinöl sehr langsam trocknet, aber es sind bereits 3-4 Wochen vergangen und der Boden ist immer noch, zwar sehr leicht, aber dennoch fettig. Es sind keine sichtbaren Rückstände oder Flecken vorhanden. Es sieht eigentlich so aus, wie es aussehen sollte: matt, sauber und gleichmäßig. Ich sehe nirgendwo Rückstände, oder Fettflecken. Was kann ich jetzt noch machen? Orangenschalenöl oder etwas anderes?
        vielen Dank im Voraus
        Roland

        1. Ich würde noch mal warten. Welche Körnung beim Schliff hattest Du am Schluss? Wenn es zu grob ist, dann kann gut sein, dass einfach viel Öl in der rauen Oberfläche sitzt und es länger zum Trocknen braucht.
          Lärche ist recht harzhaltig und nimmt nicht so viel Öl auf. Ohne Verdünner ist das Leinöl schon sehr fett. Wenn du keinen direkten Überstand hast, dann würde ich die ersten Nassreinigungen mit einem Mikrofasermopp und einer etwas kräftigeren Seife machen.

          Generell wäre mir der Schutz durch das Leinöl pur zu schwach. Bei einem gering beanspruchten Boden mag das vielleicht gehen. Sonst würde ich noch ein Finish anstreben – z.B. mit dem TEC-Oil (matt austrocknend).

  11. Ich hab einen Parkettboden mit Clou Hartwachsöl bearbeitet. Nach 2 Wochen Trocknung gibt es Kratzer wenn ich nur den Stuhl über den Boden schiebe… An was kann das liegen?

    1. Vermutlich wurde mit zuviel Schicht gearbeitet. Schichttrocknende Öle dürfen nur als sehr dünner Film auf der Oberfläche stehen gelassen werden. Wenn die Schicht zu dick ist, dann braucht es länger bis zur Durchtrocknung. Und Schicht im Fußbodenbereich ist auch immer verletzlich. Auf einem Holzboden sind aber auch Filzgleiter unter den Stuhlbeinen Pflicht.

  12. Ich habe ein gebeiztes Kinderregal (Kiefer) von Ikea mit Leinölfirnis gestrichen. Leider hab ich beim ersten Regal zuviel Öl genommen. Ich wollte den Fehler korrigieren und habe das überschüssige Öl nach mehreren Stunden mit einem Tuch abgenommen. Nun klebt es aber an mehreren größeren Flächen nach 3,5 Tagen( bei guter Temperatur) immer noch. Sollte ich noch länger warten oder mit besagter Technik mit Orangenöl behandeln? Und meine andere Frage wäre noch: Muss man danach nocheinmal die Ölung wiederholen? Vielen herzlichen Dank!
    P.S. Wir brauchen das Regal möglichst schnell wieder im Kinderzimmer

    1. Mit dem Orangenschalenöl kann der klebrige Film gut abgenommen werden. Wenn danach die Optik gefällt, dann braucht es keinen weiteren Anstrich. Für eine höhere Widerstandskraft gegen Schmutzeinwirkung wäre das TEC-Oil ein gutes Finish nach der Behandlung. Es hat die EN-71-3 Prüfung für Kinderspielzeug.

  13. Wir haben vor ca. 4 Wochen unsere Eiche-Landhausdielen mit dem Woca Pflegeöl natur geölt. Leider zeigen sich punktuell leicht klebrige, glänzende Stellen. Können diese mit dem Orangenöl entfernt werden? Hinterher mit etwas Pflegeöl erneut die Stellen behandeln? Danke für die Unterstützung!

    1. Wenn die glänzenden Stellen absolut ausgetrocknet sind und nicht kleben, dann würde ich den Boden lieber mit einem 280er Schleifvlies mattieren und dann noch mal dünn (wirklich dünn) das Pflegeöl aufpolieren. Bitte die Herstellerangaben beachten.

  14. Wir wohnen in einer ca. 12 Jahre alten Mietwohnung mit Stäbchenparkett und uns ist erst nach dem Einzug aufgefallen, wie klebrig unsere Böden sind. Fällt z.B. ein kleiner Papierschnipsel runter, verschmilzt es förmlich mit der obersten Schicht und lässt sich nur mit den Fingernägeln wieder abkratzen.
    Kann ich als Laie da mit dem Orangenschalenöl etwas dagegen ausrichten?

    1. Können Sie ein wenig erfahren, wie das Parkett beschichtet wurde – Lack, Öl, Ölwachs, Wachs (Bohnerwachs), etc. ?
      „Klebrig“ kann auch von einer falschen Reinigung kommen – z.B. wenn zu viel Reiniger mit Wachszuschlägen verwendet wird.

      Wenn alles unklar bleibt, dann würde ich zuerst mit dem Intensivreiniger, 1:2 mit Wasser verdünnt den Boden abschrubben.

      Dies kann mit einem kurzhaarigen Bodenschrubber aus Naturborsten oder mit einer Einscheibenmaschine und grünem Pad erfolgen. Hier ein Video über die Grundreinigung.
      Bitte beachten Sie, dass am Ende des Videos es richtig „Intensivreiniger“ heißen muss und nicht „Spezialreiniger“.

      Wenn der Boden nach dem Trocknen keine Klebrigkeit mehr aufweist, dann TEC-Oil dünn auf die Oberfläche aufziehen, nach 10 Minuten den Auftrag leicht auswischen und trocknen lassen.
      Hier ein Video über die Nachpflege von einem gereinigten Holzboden.
      https://www.youtube.com/watch?v=DQpAu7-9cgY

      Es kann aber auch sein, dass Sie nach dem Reinigen noch ein zweites Mal reinigen müssen. Oder aber sogar einen Abschliff erwägen müssen. Dies steht und fällt natürlich mit dem, was der Boden zuvor erfahren hat. So würde ich auch immer erst an einer unscheinbaren Stelle einen Test machen, ob das o.g. Vorgehen auch den nötigen Erfolg bringt.

  15. Ich habe unseren Buche Parkett Boden abgeschliffen und mit Berger-Seidle BaseOil + Härter (MV 10-1) eingeölt (Walze). Nach 1 Std. den Boden poliert.
    Am nächsten Tag (19,50 Std.) noch einmal eingeölt, da ich eine Stelle im Parkett noch einmal schleifen musste. Danach konnte ich mit der Poliermaschine nicht mehr am Parkett arbeiten, da der Boden überall klebrig war. Jetzt sind 7 Tage rum und der Boden ist noch immer etwas klebrig. Kann ich das mit Orangenschalenöl nachbehandeln?

    1. Das genannte Öl wird durch einen isocyanathaltigen Härter angereichert. Solche synthetische Chemie kann nicht mit Pflanzenchemie (=Orangenschalenöl) gelöst werden. Hier würde ich mich an den Hersteller wenden. Evtl. liegt es an einer Überlagerung der Produkte oder evtl. eine falsche Mischung mit dem Härter.

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