Parkettöl: Heißöl-Technik für Eicheparkett

Frage an Natural-Naturfarben:

Bei uns dreht es sich um Parkett-Böden (Eiche) in mehreren Wohnungen mit einer gesamten Fläche von ca. 400m².
Hier stellte sich generell die Frage ob Lack oder Parkettöl / Bodenwachs.
Im Internet habe ich mich etwas informiert und dort liest man in diversen Foren das Parkettöl / Bodenwachs Kombinationen auch nicht wesentlich strapazierfähiger sind, als nur geölte Parkett-Böden, zumal sich „Laufstrassen“ bilden können usw.
Lack fiel auch weg, da diese Parett-Böden in einem ca. 100 Jahre alten Mehrfamilienhaus verbaut sind und die Decke aus Holzbalken besteht, so dass Schwingungen beim Laufen entstehen und dadurch eine langfristige Versiegelung gar nicht möglich ist.
Parkettöl punktet einfach wegen der scheinbar leichten Verarbeitbarkeit, der Möglichkeit, stellenweise ausbessern zu können und die Gewissheit, ein Naturprodukt zu verwenden, welches kaum/keine Ausdünstungen hat.

Leider findet man im Internet kaum etwas zur Heissöl-Methode, sie scheint, länger haltbar zu sein, durch die höhere Festigkeit. Gerade in Mietwohnungen wäre das natürlich schon interessant. Könnten Sie mir diese Methode nochmals erläutern? Wird durch Reibung mit einer Art Poliermaschine diese Temperatur von 70-80°C erzeugt, oder befindet sich eine Art Heizelement direkt im/am Gerät? Muss das Parkettöl, bzw. Heißöl im Vorfeld bereits erhitzt werden?

Antwort von Natural:
Die Thermopad ist im Grunde genommen eine Tellerschleifmaschine. Aber mit Riemenantrieb und nicht mit Planetengetriebe.

Auf der Unterseite der Thermopad, neben dem mittigen Bajonettverschluss für den Treibteller befindet sich ein Thermostat zur Regelung der Temperatur. Auf dem Gehäuse befindet sich ein Heizlüfter mit Regler – sieht aus wie eine größere Heißluftpistole mit ausgehender Düse in das Gehäuse zu dem Treibteller hin.

Der Treibteller besteht aus Alu-Guss mit vielen Durchbrüchen, so dass die Heißluft durchströmen kann. Diese Durchbrüche wechseln sich mit geschlossenen Bereichen ab auf denen sich Kunststoffsegmente mit Kletthaken befinden mit denen dann das Polierpad gehalten wird. Der so erhitzte Treibteller poliert das Heißöl in das Holz ein. Das Heißöl wurde vorher mit einem Spachtel im kalten Zustand auf dem Parkett aufgezogen. Durch die Erhitzung wird das Öl dünnflüssiger, zieht in die Holzfaser ein und wird durch die Hitze dann relativ rasch abgebunden.

Das Auftragen von dem Heißöl mit der Metallspachtel und der richtige Einsatz der Thermopad-Maschine benötigt schon ein wenig handwerkliches Geschick und Erfahrung im Umgang mit Parkettöl. Schnell hat man überölt, bzw. poliert man zu spät ab und der Boden wird klebrig. Der Vorteil der Heißtechnik liegt an der Zeit. Der Handwerker kann an einem Tag ölen und das Finish aufbringen und damit die Baustelle abschließen.

Das Parkettöl – Fußbodenöl in der Kalttechnik braucht länger in der Verarbeitung und das Finish kann man erst am Folgetag aufbringen. Dafür hat der Laie mehr Zeit und er kommt besser damit zurecht.

Nachfrage an Natural-Naturfarben:

Wie lange ungefähr würde das Trocknen von dem Parkettöl -Fußbodenöl in der Kalttechnik etwa dauern, also bei 20°C Raumtemperatur? Mehrere Wochen oder nur mehrere Tage? Liesse sich dieser Heissauftrag nicht auch mit einer Poliermaschine bewerkstelligen? Hier wird ja durch die Reibung auch Wärme erzeugt.

Antwort von Natural:
Das Heißöl benötigt einen Auftrag von ca. 70° C. Das erreichen wir mit einer Poliermaschine nicht.

Heißöl mit Thermopad
Heißöl mit Thermopad

Das Kaltöl (= Parkettöl – Fußbodenöl) können Sie aber mit der Poliermaschine gut einarbeiten. Es wird dadurch etwas erwärmt und bindet schneller ab – aber die Verarbeitungszeiten sind deutlich anwenderfreundlicher als bei dem Heißöl – d.h. man hat ein wenig mehr Zeit – besonders bei Größen ab ca. 30m² ist das interessant für den, der das nicht so oft macht.
Bitte die Verarbeitungshinweise beachten – besonders was den Überstand angeht und die Selbstendzündungsgefahr der ölgetränkten Lappen.

Ein Raum mit Parkettöl in der Kalttechnik behandelt ist nach 24 Stunden begehbar. Wenn irgend möglich nicht mit Schuhwerk begehen oder aber mit Pappe abgedeckt (Vlies mit viel Fuseln oder gar kunststoffkaschiertem Untergrund bitte nicht nehmen) – über Nacht die Abdeckungen wieder abnehmen.

Nach 10 Tagen – besser nach 14 Tagen ist der Boden voll belastbar – dann kann er auch nass gereinigt werden.

Ähnliche Infos gibt es auch unter Grundregeln für das Trocknen von Öl

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Kommentare

2 Kommentare zu „Parkettöl: Heißöl-Technik für Eicheparkett“

  1. Friedrich Sch.

    Wir stehen in unserer neuen Eigentumswohnung vor der Entscheidung ob wir unser Parkett ölen oder versiegeln (streichen?).
    Wir sind 2 Rentner und beanspruchen das Parkett nicht übermäßig. Können Sie uns sagen, in welchen Abständen (ca.) wir nachölen müssen?
    Was ist sonst noch zu beachten.

    1. Frank

      Hier ein paar Fragen und Antworten in unserem Blog rund um das Thema Parkett: Parkett ölen

      Und hier eine Info über die Frage: Versiegeln (Lack) oder ölen?

      Natürlich empfehlen wir das Ölen von Holz im Innenraum. Dadurch sieht man nicht nur Holz – man erfährt es auch noch. Dazu haben wir die Grundregeln für das Ölen geschrieben.

      Das Nachpflegen hängt natürlich von der Nutzung ab. Wenn der Boden ordentlich mit Öl gesättigt wurde und wenig beansprucht wird, dann kann eine Nachölung erst nach vielen Jahren nötig sein. Dafür haben wir eine Pflegetabelle für Holzböden und die Pflegefibel hinterlegt.

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