Nach dem Ölen von Holz erscheint die Oberfläche fleckig, ungleichmäßig – woran kann das liegen?
Unterschiedliche Aufnahme von Öl
Es gibt Holzarten, bei denen die unterschiedliche Aufnahme von Öl tatsächlich auch sichtbar ist. Erle ist z.B. so ein Holz, das nach dem Ölen gerne ein wenig fleckig aussieht.
Dann gibt es noch das Problem, dass während des Auftragens Öl an manchen Stellen etwas länger steht bevor man es auf der Fläche verteilt hat (Tropfen, Spritzer, oder wenn man das Öl aufschüttet). Gut saugende Hölzer nehmen dann dort das Öl rasch auf und es wirkt an diesen Stellen dunkler als sonst – bei Buchenholz fällt das besonders auf.
Das nochmalige Einschleifen von Öl mit einem 320er Schleifblatt ist eine gute Lösung. Ich würde das Öl jedoch sehr schnell gleichmäßig auf der Oberfläche verziehen und dann erst einschleifen. Überstand dann unbedingt nach ca. 30 Minuten ordentlich abnehmen. Bei dunklen Hölzern und Pigment haltigen Tropenhölzern sollte man jedoch trocken mit 320er Korn anschleifen, gut absaugen und dann Öl dünn aufpolieren.
Oft hilft auch die Zeit. Nach ein paar Monaten haben sich solche unterschiedlichen Verfärbungen in der Regel selbst ausgeglichen.
Unregelmäßigen Schliff vermeiden
Bei geölten Oberflächen ist es sehr wichtig, dass der Schleifaufbau stimmt und gleichmäßig vorgenommen wurde. Die Abstände zwischen den Körnungen dürfen nicht zu groß sein: 40/60/80/120/180/240 bzw. nach 120 mit 120er und 180er Schleifgitter. Immer gleichmäßig schleifen und wenn möglich am Schluß mit der Laufrichtung des Holzes. Wenn nicht fein genug geschliffen wird, bleibt zuviel Öl auf der zerklüfteten Oberfläche und verharzt dort.
Überstand vollständig abnehmen
Das Holz soll möglichst mit Öl gesättigt werden. Man gibt in ca. 30-Minuten-Abständen immer wieder Öl auf die Oberfläche, bis das Holz kein Öl mehr in sich aufnimmt – die Holzfaser also gesättigt ist. Dann muss man ca. 30 – 40 Minuten (je nach Holzdichte) nach dem letzten Auftrag allen Überstand, d.h. alles was auf der Oberfläche an Öl glänzend steht, mit einem gut saugendem Tuch abwischen. So, als ob man die Oberfläche abtrocknen wollte. Wenn dies nicht gleichmäßig geschieht, kann die Oberfläche z.T. “speckig” wirken.