nach dem Ölen – Flecken auf der Holz-Oberfläche

Nach dem Ölen von Holz erscheint die Oberfläche fleckig, ungleichmäßig – woran kann das liegen?

Unterschiedliche Aufnahme von Öl
Es gibt Holzarten, bei denen die unterschiedliche Aufnahme von Öl tatsächlich auch sichtbar ist. Erle ist z.B. so ein Holz, das nach dem Ölen gerne ein wenig fleckig aussieht.

Dann gibt es noch das Problem, dass während des Auftragens Öl an manchen Stellen etwas länger steht bevor man es auf der Fläche verteilt hat (Tropfen, Spritzer, oder wenn man das Öl aufschüttet). Gut saugende Hölzer nehmen dann dort das Öl rasch auf und es wirkt an diesen Stellen dunkler als sonst – bei Buchenholz fällt das besonders auf.

Das nochmalige Einschleifen von Öl mit einem 320er Schleifblatt ist eine gute Lösung. Ich würde das Öl jedoch sehr schnell gleichmäßig auf der Oberfläche verziehen und dann erst einschleifen. Überstand dann unbedingt nach ca. 20 Minuten ordentlich abnehmen. Bei dunklen Hölzern und Pigment haltigen Tropenhölzern sollte man jedoch trocken mit 320er Korn anschleifen, gut absaugen und dann Öl dünn aufpolieren.

Oft hilft auch die Zeit. Nach ein paar Monaten haben sich solche unterschiedlichen Verfärbungen in der Regel selbst ausgeglichen.

Unregelmäßigen Schliff vermeiden
Bei geölten Oberflächen ist es sehr wichtig, dass der Schleifaufbau stimmt und gleichmäßig vorgenommen wurde. Die Abstände zwischen den Körnungen dürfen nicht zu groß sein: 40/60/80/120/180/240 bzw. nach 120 mit 120er und 180er Schleifgitter. Immer gleichmäßig schleifen und wenn möglich am Schluß mit der Laufrichtung des Holzes. Wenn nicht fein genug geschliffen wird, bleibt zuviel Öl auf der zerklüfteten Oberfläche und verharzt dort.

Überstand vollständig abnehmen
Das Holz soll möglichst mit Öl gesättigt werden. Man gibt in ca. 30-Minuten-Abständen immer wieder Öl auf die Oberfläche, bis das Holz kein Öl mehr in sich aufnimmt – die Holzfaser also gesättigt ist. Dann muss man ca. 30 – 40 Minuten (je nach Holzdichte) nach dem letzten Auftrag allen Überstand, d.h. alles was auf der Oberfläche an Öl glänzend steht, mit einem gut saugendem Tuch abwischen. So, als ob man die Oberfläche abtrocknen wollte. Wenn dies nicht gleichmäßig geschieht, kann die Oberfläche z.T. „speckig“ wirken.

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Kommentare

7 Kommentare zu „nach dem Ölen – Flecken auf der Holz-Oberfläche“

  1. Pingback: Arbeitsplatte aus Buche ölen und pflegen — Natural-Farben.de Aktuell

  2. Hallo, habe gestern meinen Esstisch (Kernbuche massiv) mit Leinöl für Rotbuche von Grüner Erde eingeölt. Leider sieht er heute unregelmässig fleckig und speckig aus. Ich habe versucht das Öl mit einem feuchten Tuch zu entfernen, leider erfolglos.
    Was könnte ich tun ? Da der Tisch sonst wie neu ist, möchte ich ihn natürlich nicht abschleifen.

    1. Frank

      Wenn das Leinöl nicht klebrig auf der Oberfläche ist, dann liegt es an der Rotbuche, die gerne ein wenig unterschiedlich anfeuert und dadurch fleckig wirken kann. Nun könnte man mit einem dünnen Öl die Anfeuerung insgesamt so verstärken, dass eine gewisse Gleichmäßigkeit entsteht. Das Pflegewachsöl wäre bei Natural ein Möglichkeit dafür.
      Wenn der Tisch („speckig“?) aber eine Schicht auf der Oberfläche hat – das Öl also nicht gänzlich eingezogen ist – dann würde ich das Holz mit dem Intensivreiniger abwaschen und ein Öl verwenden, das nicht ganz so stark anfeuert und dennoch gut einzieht. Bei Buche hat sich das Möbelhartöl mit UV-Blocker bewährt.

  3. Hallo Frank. Ich meinen Esstisch aus Teak mit dem Natural Teaköl eine Erstbehandlung durchgeführt.
    Das Ergebnis war ganz passabel aber nicht perfekt. Es gab hier und da einige stumpfe Stellen. Ich wollte es aber perfekt haben und habe dann nach ca. 4 Wochen erneut geölt. Leider habe ich dabei wohl den Ölüberstand nicht gründlich genug abgezogen. Der Tisch ist fleckig bzw. an einigen Stellen speckig glänzend geworden. Ich habe dann nach ca. 10 Tagen den Tisch mit heisser Seifenlauge abgewaschen um das überflüssige Öl zu entfernen. Dies war leider ein Fehler. Nun habe ich zwar weniger glänzend speckige Stellen aber auch viele Stumpfe stellen dazu bekommen. Nun sieht der Tisch noch schlimmer aus. Hätte ich ihn bloss nach der Erstbehandlung so gelassen. Er war so schön. Da der Tisch Nagelneu ist, möchte ich ungern schleifen. Wenn es aber das beste Ergebnis ergeben würde, wäre ich auch zum Schleifen bereit. Oder wäre die die Prozedur mit dem Intensivreiniger wie bei meinem „Vorschreiber“ Peter S. auch eine Möglichkeit? Ich würde danach erneut mit Teaköl behandeln wollen. Was können Sie mir raten?

    1. Frank

      Das Teaköl ist nicht für einen Glanz auf der Oberfläche ausgelegt. Es ist ein Schutz im Holz und nicht auf dem Holz. So ist eine Oberfläche mit Teaköl eher stumpf als glänzend. Nur bei sehr hohem Feinschliff und einer mehrfachen Polierung mit dem Öl könnte man damit einen Glanzgrad erreichen.

      Ich würde in dem Fall noch einmal das Teaköl (wenn noch ein Rest vorhanden ist) dünn mit einem Lappen auftragen und nach ca. 20 Minuten mit einem trockenen Lappen ordentlich abpolieren. Dann sollte das Ergebnis besser wirken.
      Wenn unter „Perfekt“ ein Glanzgrad gemeint ist, dann würde ich das Finish-Öl 48 Stunden später mit einem Lappen dünn vertreiben und anschließend trocken nachpolieren. Wenn mit „Perfekt“ eher eine gute Anfeuerung und eine gleichmäßige nicht so glänzende Oberfläche gemeint ist, dann würde ich das TEC-Oil verwenden – nicht mit Teaköl verwechseln.

  4. Christina B.

    Wir haben vor einer Woche unseren Parkettboden (franz. Seekiefer) geölt. Leider ist auch hier ein ungleichmäßiger Film übrig geblieben bzw. das Holz übersättigt worden.
    Es sind stellenweise Schlieren zu sehen, die auch etwas klebrig sind, an anderen, zuvor sehr beanspruchten Stellen hat das Holz hingegen wieder das gewünschte Aussehen – matt, aber eine intensivere Farbe. Ich habe beim ersten Wischen mit meinem üblichen Parkettreiniger keinen Erfolg gehabt. Das Wasser perlt förmlich ab.
    Ich habe einen Orangenreiniger. Kann ich den hier einsetzen?

    1. Frank

      Seekiefer hat schon viel Eigenharz. Das Kernholz nimmt deshalb nicht soviel an Öl auf. Manche Orangenreiniger haben bis zu 30% Orangenöl als Inhaltsstoff. Deshalb ruhig mal probier und ausnahmensweise einen Mikrofasermopp verwenden. Wenn es nicht klappt, dann mit Orangenschalenöl pur die glänzenden, klebrigen Stellen behandelt. In diesem Beitrag haben wir das beschrieben: Zuviel geölt – klebrige Oberfläche

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