Schutz und Pflege mit der Natur — Info-Blog zum Thema Naturfarben

Schellack oder Hartöl für Möbel Innenteile

Für Innenteile bei Möbel aus Holz ist Schellack eine sinnvolle Alternative gegenüber Hartöle.

Schrank ölen mit Hartöl

Schrank ölen mit Hartöl

Hartöl benötigt Sauerstoff

Möbel aus Holz erfahren mit dem Möbel-Hartöl eine schöne, seidenmatte Oberfläche. Das Hartöl bringt die Maserung des Holzes voll zur Geltung.

Es braucht keine Schutzschicht auf dem Holz. Der Schutz ist mit dem Hartöl im Holz. Dadurch bleibt die samtige Oberfläche von einem fein geschliffenen Holz erhalten.

Das Möbel-Hartöl benötigt für das Trocknen Sauerstoff. Ohne Sauerstoff können die Naturöle nicht polymerisieren und fangen an, einen Eigengeruch zu entwickeln. Gerade Innenteile von Möbel können Bereiche sein, wo zu wenig Sauerstoff für das Trocknen vorhanden sind. Im Schrankfach, in der Schublade kann es so zu einem dauerhaften Geruch nach Leinöl kommen. Wenn also Innenteile von Holzmöbel mit Hartöl geölt werden, dann müssen diese offen über mehrere Tage austrocknen können.

Schellack – geruchlose Alternative

Eine Alternative hat man mit dem Schellack – Sperrfinish von Natural Naturfarben. Im Handel wird er auch Schellack-Sperrgrund oder Schellackmaskierung genannt. Dieser Schellack trocknet rasch und ist danach geruchlos. Schellack ist uns noch von den alten Schallplatten her bekannt.

Schellack - Plättchen

Schellack – Plättchen


Schellack ist ein Naturlack, der aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen wird. Dieser natürliche Lack wird schon über hundert Jahre in Asien gewonnen und damit Holz verschönert. Die Rohware besteht aus Plättchen, die anschließend in Alkolhol gelöst werden. Die Qualitäten von dem Schellack sind recht unterschiedlich und auch die Eigenfarbe kann variieren. Schellack kann mit viel Fleiß recht dickschichtig aufgetragen und bis zum Hochglanz aufpoliert werden. Besonders Antiquitäten werden gerne mit Schellack behandelt. Die Schellackgrundierung ist aber auch eine gängige Imprägnierung, bzw. Sperrgrund um stark saugende Hölzer etwas abzusperren. Anschließende Farbaufträge wirken dann gleichmäßiger.
Schellack Maskierung: ein Sperrfinish, bzw. Schellackgrundierung

Schellack Maskierung – Sperrfinish

Schellackgrundierung

Für Möbelinnenteile verwendet man die Schellackgrundierung. Es ist ein fertig aufbereiteter Anstrich, der recht dünn eingestellt ist. Die Schellackgrundierung zieht gut in das Holz ein und trocknet schnell ab. Nach der Durchtrocknung hat dieser Sperrgrund keinen Eigengeruch. Gerne wird der Schellack bei Stirnseiten von Vollholz als Sperrgrund verwendet. Anschließend kann immer noch ein wenig Öl aufgetragen werden. Die Stirnseite feuert dann nicht stärker an, da das Öl nur noch oberflächlich anhaftet.

Nach mehrmaligen Auftrag kann eine leichte Schicht entstehen. Die Schellackgrundierung wird auch Schellackmaskierung genannt, denn die Schellackschicht hindert die Emission, die Ausdünstung von Schadstoffen, bzw. Gerüchen.

Schrank ode Möbel Innteile geruchlos mit Schellack streichen

Schrank Innenteile mit Schellack streichen

Schellackmaskierung: Schellack in der Schadstoff-Sanierung

Wenn Bauteile aus Holz zu hohe Schadstoff-Emissionen aufweisen oder stark riechen aber aus bautechnischen Gründen nicht entfernt werden können, dann wird die Schellackmaskierung als schützender Anstrich verwendet. Der Anstrich reduziert die Raumluftkonzentration mit Schadstoffen die sonst aus dem Holz entweichen würden. Gerade bei alten Hölzern mit zu hohen Formaldehydwerten wird Schellack dafür eingesetzt. Für diesen Zweck braucht es einen dreimaligen Auftrag.

Somit ist Schellack die natürliche Alternative, wenn es um einen Oberflächenschutz für Möbelinnenteile geht. Möbel-Hartöl gibt einen widerstandsfähigere Oberfläche – braucht aber Sauerstoff zum Abbinden. Schellack ist empfindlicher in der Oberfläche – dafür geruchlos.

Schellack Video

Heiko Rech geht in seinem Video auf das Streichen von Schellack ein. Er zeigt wie einfach der Auftrag von einer Schellackmattierung ist.

Schellack streichen - ein Video mit Heiko Rech über die richtige Verarbeitung

Schellack streichen – Video mit Heiko Rech

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Kommentare

  1. Daniel meint:

    Welche Konzentration hat die Schellack-Maskierung in etwa?

  2. Die Schellack-Maskierung hat einen Feststoffanteil von ca. 5% – wobei das nicht der reine Schellack-Anteil ist. Die Volldeklaration lautet: Schellack, Copalharz, Dammar, Alkohol.

  3. Daniel meint:

    Herzlichen Dank für die Antwort.
    Was ist es eigentlich genau, das die Schadstoffausgasung blockiert? Ist es das Wachs im Schellack?

  4. Der Wachsanteil ist im Schellack äußerst gering (wenn überhaupt). Der dichte Film entsteht durch den Schellack selbst – was im Grunde genommen ein besonderes Baumharz ist.

  5. Florian meint:

    Wie lange muss denn das Holzöl trocknen um den Geruch zu verhindern? Bei einem selbstgebauten Regal gibt es ja ganz viele Bereiche die wenig Sauerstoff bekommen: Schubladen, Regalfächer aber auch Rückseiten oder verdeckte Hohlräume (so z.B. im Sockel). Kann ich alles einölen und dann nach 2-3 Tagen zusammenbauen? Oder sollte ich erst zusammenbauen und dann die äußeren Stellen ölen und die Regalinnenseiten etc. Schellack behandeln. In dem Fall bekämen ja einige Stellen (Hohlräume) weder Öl noch Schellack ab. Kann sich das Holz dann verziehen?

  6. Bisher habe ich noch keinen Verzug bei dem Einsatz von Schellack oder dem Möbel-Hartöl erlebt, da sie kaum Quellverhalten verursachen. Insofern braucht es zwingend kein Öl bei „verdeckten Holräumen“. Wenn Schellack für die nicht belüfteten Stellen verwendet werden (z.B. Innenseite von Schubladen), dann reicht die Lüftungszeit von 2 – 3 Tagen.

    Das Ölen vor dem Zusammenbau macht nur Sinn, wenn das Regal mechanisch verbunden wird. Wenn mit Leim gearbeitet wird, dann müssen die Verbindungsstellen ölfrei bleiben. Eigentlich lässt sich auch einfacher ölen, wenn alles schon steht.

    Naturöle werden immer einen gewissen Eigengeruch verursachen. In abgeschlossenen Gefachen verstärkt sich dieser durch mangelnde Abluft. Allerdings verursacht auch das Holz selbst einen solchen Eigengeruch. Mit Holz gibt es keine geruchsneutrale Oberfläche. Insofern ist es eine Mischung aus Holzart und Naturöl. Natural verwendet stark trocknende Naturöle, die selbst ohne Sikkative nach spätestens 20 Tagen durchgetrocknet sind. Das bedeutet aber nicht, dass sie nach der Trocknung keinen Eigengeruch haben.

    So besteht z.B. Linoleum aus Leinöl – ein stark trocknendes Öl. Selbst nach Jahrzehnten hat Linoleum immer noch eine „Eigengeruchsmischung“ nach Leinöl, Kork und Jute. Das stellt in normal belüfteten Räumen aber kein Problem dar.

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